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ÖPNV

Sperrige Räder in vollen Zügen

Vor allem im Berufsverkehr kommt es zu Konflikten mit Fahrgästen. Manche Städte erlassen Verbote.

10.09.2019

Von DPA

Mit dem Rad in den Zug. Nicht jedem gefällt das. Foto: Andreas Arnold/dpa

Berlin. Streit zwischen Fahrgästen und Radfahrern, die ihr Fahrrad auch zu Stoßzeiten in volle U- oder S-Bahnen schieben, beschäftigen inzwischen auch Städte und Verbände. „Konflikte um den Platz im ÖPNV gibt es besonders zu Stoßzeiten im Berufsverkehr und am Wochenende in den Ballungsgebieten recht häufig“, teilt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit. Ob es echte Probleme oder nur kleinere Unbequemlichkeiten sind, hänge stark vom Umfang und der Qualität des Angebots des Nahverkehrs ab.

Während die Mitnahme von Fahrrädern im Berufsverkehr in Berlin erlaubt ist, haben die Verkehrsgesellschaften in München und Hamburg die Spanne zwischen 6.00 Uhr und 9.00 Uhr sowie zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr zu Sperrzeiten erklärt. In dieser Zeit dürfen keine Fahrräder im Nahverkehr transportiert werden. In der Hauptstadt wiederum besteht zwar ein Recht, aber kein Anspruch auf Fahrradmitnahme in diesen Zeiten.

„Im Gegensatz zu anderen Städten sollte es in Berlin weiterhin möglich sein, dass Fahrräder auch in Stoßzeiten in die Bahnen genommen werden können“, teilte der Sprecher der FDP-Fraktion für Infrastruktur im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, mit. „Aufgrund der oft langen Strecken in Berlin nutzen viele das Fahrrad für den Weg zwischen S-Bahn-Station und Arbeitsplatz.“

„Es braucht vernünftige Abstellanlagen an den Bahnhöfen“, forderte Karl-Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. Dann könnten die Menschen sowohl am Start- als auch am Zielbahnhof jeweils ein Fahrrad sicher unterstellen. Naumann nennt dies das „niederländische Modell“.

Vorbild Niederlande

In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit der Allianz pro Schiene und weiteren Verbänden diskutiert Pro Bahn Lösungsansätze. „Wir plädieren sehr dafür, einen Entwicklungsauftrag zu erteilen, wie man Sitzplätze umbauen kann in eine freie Fahrradfläche“, sagte Naumann mit Blick auf Regionalzüge, die vor allem am Wochenende von Freizeitradlern genutzt werden für Touren außerhalb der Stadt. „Grundsätzlich brauchen wir von allem ein wenig mehr“, sagte Eike Arnold, Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmene.

Die zunehmende Zahl an Fahrgästen und Radfahrern führe unweigerlich zu Konflikten. Auch der ADFC warnt davor, Rad- und Bahnfahrer gegeneinander auszuspielen. „Ein klimafreundlicher Verkehr mit weniger Stau und besserer Luft funktioniert nur, wenn Rad, Fuß und ÖPNV als Alternative zum Auto optimal aufeinander abgestimmt sind.“ dpa

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Erstellt:
10. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 06:00 Uhr

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