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Kommentar Kaufhof und Karstadt

Sparen reicht nicht

Das Spiel auf Zeit hat sich für den österreichischen Investor René Benko, den Eigentümer des Warenhausriesen Karstadt, gelohnt. Nach gut sechs Jahren hartnäckigen Buhlens knickt nun offenbar sein Rivale Kaufhof ein und stimmt einem Zusammenschluss zu.

06.07.2018

Von KAREN EMLER

Ulm. Details sind noch offen, doch schon jetzt ist klar: Der Zusammenschluss wird Arbeitsplätze kosten.

Für die Belegschaften der beiden Konzerne ist das natürlich bitter, zumal sie in den vergangenen Jahren ohnehin schon mit Stellenabbau und Einbußen konfrontiert waren. Beide Häuser mussten schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, dass sich der Wettbewerb im Einzelhandel immer mehr verschärft. Die Kunden shoppen lieber im Internet, vergleichen dort bequem die Preise und lassen sich alles schön nach Hause liefern. Gemischtwarenläden auf mehreren Etagen und dann oftmals auch noch in autofreien Innenstadtzonen – das ist die Einkaufswelt von gestern.

Karstadt hat unter Benko zumindest wieder die schwarzen Zahlen erreicht, Kaufhof unter dem Einfluss des kanadischen Eigentümers HBC dagegen steckt noch in der Verlustzone. Nun planen beide Konzerne die Flucht nach vorne. Sie wollen durch eine gemeinsame Verwaltung die Fixkosten senken und mit ihrer Einkaufsmacht die Lieferantenpreise drücken. Betriebswirtschaftlich ist alles nachzuvollziehen.

Doch Sparen allein reicht nicht. Die Häuser müssen in die Mitarbeiter investieren, denn sie machen den Unterschied zum Online-Handel: freundliche, gute Beratung, individuelle Gespräche und hohe Kompetenz sind Wettbewerbsvorteile. Zermürbtes, demotiviertes Personal kann der neue Koloss nicht brauchen.

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Erstellt:
6. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2018, 06:00 Uhr

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