Kommentar zur Frauen-Frage in der SPD

Späte und nur schwache Erleuchtung der SPD – ein Kommentar

Olaf Scholz ist Feminist. Sagt er. Aber auch diesem führenden Feministen fiel nicht auf, dass die SPD bei der Besetzung von Spitzenämtern gern Männer bevorzugt. Nun gibt es immerhin eine kleine Korrektur.

21.10.2021

Von André Bochow

Berlin. Oh weh, da hatte die SPD-Führung doch glatt übersehen, dass sie schwer in Gefahr war, mit den eigenen Gleichberechtigungsansprüchen zu kollidieren. Rolf Mützenich sollte Bundestagspräsident werden. Davon ausgehend, dass Olaf Scholz Kanzler wird, wären dann die fünf wichtigsten Posten im Land männlich besetzt. Denn wir haben einen Bundespräsidenten, einen Verfassungsgerichtspräsidenten und einen Bundesratspräsidenten. Nun soll der formal zweitwichtigste Job an eine nur Politikinsidern bekannte Frau gehen, die Parteilinke Bärbel Bas.

Immerhin hat die Entrüstung vieler Sozialdemokratinnen die führenden Genossen daran erinnert, dass die sich sonst gern als Feministen gerieren. Doch dass der Posten so mühsam abgerungen werden musste, ist mehr als peinlich. Zumal der Erfolg für die Frauen einen faden Beigeschmack hat. Es besteht der begründete Verdacht, dass die Bas-Nominierung nicht zuletzt der zweiten Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident dienen soll. Aber die SPD hat ja noch eine emanzipatorische Chance: Die Kabinettsbildung. Wie wäre es, wenn sie ausschließlich Ministerinnen stellte?

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Erstellt:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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