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Parteien

Sozis versuchen den Aufbruch

Für Lars Klingbeil ist der Startschuss zur Erneuerung der SPD gefallen. Nicht alle finden die Ideen des Generalsekretärs gut.

11.04.2018
  • MATHIAS PUDDIG

Berlin. Lars Klingbeil fühlt sich sichtlich wohl. Dies ist seine Welt. Nicht das Willy-Brandt-Haus hat er sich ausgesucht, um den Erneuerungsprozess der SPD anzustoßen, sondern einen „Ort, der ein bisschen anders ist“, wie er sagt: das Telefonica-Basecamp in Berlin-Mitte. Hinter dem 40-Jährigen hängt ein Monitor: eher magenta als rot, der Hashtag #SPDerneuern flimmert darauf. Klingbeil spricht zu eher jungen Genossen. Und er steigt, „weil's bei mir nicht ohne geht“, mit einem Musikzitat ein: „Wenn's Dir nicht gefällt, mach neu.“

Näher am Zeitgeist und ferner von Teilen der älteren Basis könnte Klingbeil kaum sein. Denn am selben Abend findet nur eine halbe Stunde weiter nördlich, in Pankow, eine weitere SPD-Veranstaltung statt. Es ist, als käme eine komplett andere Partei zusammen: Nichts ist hip, und das Publikum ist deutlich älter im Ratssaal des Bezirksrathauses, wo Simone Lange vor der SPD-Basis auftritt. Die 41-jährige Oberbürgermeisterin von Flensburg kandidiert in der kommenden Woche gegen Andrea Nahles um den Parteivorsitz. Sie ist zum Sprachrohr der Unzufriedenen in der SPD geworden.

Klingbeil will der SPD bis Herbst 2019 Zeit geben, sich programmatisch auszutoben. Dafür will er verschiedene Debattenformate ausprobieren. „Wir lehnen uns an die Republica an“, erklärt er. Wie auf der Digitalkonferenz dürfen die Initiativen, die sich seit der verlorenen Bundestagswahl gegründet haben, ihre Ideen vorstellen. Meist geht es darum, die Partei jünger, weiblicher und digitaler zu machen.

Für die Internet-Gemeinde

Simone Lange verlangt, dass alle Ortsvereine überhaupt mit Kommunikationstechnik ausgestattet werden. Und sie beklagt: „Als SPD sind unsere Themen nicht die Themen, die die Leute auf der Straße interessieren.“ Die „politische Klasse“ sei getrennt von der Bevölkerung, findet sie. Ihre Zuhörer legen Zeugnis dafür ab. Nicht die Digitalisierung der SPD ist hier das Thema. Es geht um die Russland-Sanktionen, ein mögliches Bündnis mit der Linkspartei und immer wieder Hartz IV. Die Mitglieder wissen, wovon sie reden: Nicht wenige im Publikum fühlen sich selbst als Opfer der Agenda-Politik.

Klaus Barthel überrascht das nicht. Der Chef der SPD-Arbeitnehmer beklagt, dass die Partei die Arbeiter verloren hat: „Da muss der Reformprozess ansetzen. Wir müssen die Arbeitswelt wieder in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung rücken.“ Mit dem Erneuerungspapier der Parteiführung ist Barthel deshalb nicht zufrieden. Es werde so getan, als müsse man die SPD neu erfinden. Das dauere aber viel zu lang. Klingbeils Idee helfe nicht weiter: „Das Problem bei der Digitalisierung von Politik ist, dass es letzten Endes sie wieder exklusiv ist, also eher was für Internet-Gemeinde ist.“

Mathias Puddig

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11.04.2018, 06:00 Uhr
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