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Soul Kitchen

Soul Kitchen

Turbulente Komödie von Fatih Akin über den vom Pech verfolgten Wirt einer Hamburger Szenekneipe.

Fatih Akins Venedig-Winner - "Soul Kitchen"

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Fatih Akins Venedig-Winner - "Soul Kitchen" --

02:01 min

Deutschland

Regie: Fatih Akin
Mit: Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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01.01.2010
  • Klaus-Peter Eichele

Hamburg-Wilhelmsburg ist nicht New York-Williamsburg, aber im neuen Film von Fatih Akin ("Gegen die Wand") befindet sich der traditionell von Arbeitern und Ausländern bewohnte Stadtteil auf bestem Weg zum schnieken Ausgehviertel. Erster Vorbote des Wandels ist die "Soul Kitchen": Weil Zinos (Adam Bousdoukos), der Besitzer der auf Fischstäbchen und Buletten spezialisierten Kiezkneipe bandscheibenhalber nicht mehr selbst am Herd stehen kann, engagiert er einen gerade arbeitslos gewordenen Spitzenkoch (Birol Ünel) als Aushilfe. Dessen edle Kreationen vergraulen zwar auf einen Schlag die angestammte Proll-Kundschaft, doch dafür ist der verratzte Lagerschuppen alsbald randvoll mit szenigem Partyvolk. Es dauert nicht lange, bis die neue Hipness der Gegend einen Immobilienhai auf den Plan ruft.

Im Schnelldurchlauf verhandelt Akin mit dem beim Festival in Venedig hoch dekorierten Film das Phänomen der Gentrifizierung. Gemeint ist die schleichende Verwandlung innerstädtischer Unterschichtsviertel in hochpreisige Luxusquartiere. Wichtigster Zwischenschritt ist die Aufwertung des Wohnumfelds durch die einrückende Alternativ- und Künstlerszene, die am Ende des Prozesses aber ebenso verdrängt wird wie die alteingesessenen armen Schlucker.

Eine stadtsoziologische Abhandlung ist "Soul Kitchen" deswegen aber nicht - schließlich handelt es sich um die erste Komödie von Deutschlands international renommiertestem Regisseur. Der ernste Hintergrund dient ihm vor allem als Projektionsfläche für eine Parade kauziger Typen und reichlich Situationskomik, die unbekümmert auch mal die Grenze zum Grobklamauk unterschreitet. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist mit Kneipenwirt Zinos ein klassischer Loser tragikomischen Zuschnitts. Dem Deutschgriechen setzt das Pech - kaputter Rücken, Finanzamt, Liebeskummer, ein hinterlistiger Spekulant, sein von Moriz Bleibtreu gespielter Zocker-Bruder - so hartnäckig zu, bis es irgendwann in schieres Glück umschlägt.

Man kann Akin vorwerfen, dass ihm auf der Suche nach ulkigen Wendungen und beim Schwelgen im heimeligen Kneipentrubel die sozialpolitischen Zusammenhänge allmählich entgleiten - und dass er zur großstädtischen Schicksalsfrage Gentrifizierung letztlich nur oberflächlich Stellung bezieht. Man kann den Film aber auch als leichthändige, wenn auch nicht immer ganz stilsichere Illustration des Marx'schen Diktums sehen, dass sich geschichtliche Prozesse eben hinter dem Rücken der Akteure Bahn brechen.

Interview mit Regisseur Fatih Akin

Spielplan

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01.01.2010, 12:00 Uhr | geändert: 04.04.2012, 12:00 Uhr
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05.08.2010

12:00 Uhr

filmversteher.de schrieb:

Akins Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburch ist keines seiner anspruchsvollen Migrationshintergrund-Dramen, sondern ein brüllkomisches Feel-Good-Movie: Sympathische Figuren (allen voran Bousdoukos als naiver, aber saucooler Zinos), kerniger Humor, ein toller Funk-Soundtrack und eben Hamburg als Kulisse machen SOUL KITCHEN zu purem Kinovergnügen ohne Schnörkel und ohne verkopftem Ballast!



15.02.2010

12:00 Uhr

lupo schrieb:

ist ein guter fernseh-abend film, overrated fürs kino.



10.02.2010

12:00 Uhr

Zyneast schrieb:

Moritz Bleibsichtreu in der immer selben Rolle, von dem Streifen bleibt ansonsten nicht viel hängen.



06.02.2010

12:00 Uhr

Kostas Petropulos schrieb:

Ein Film als ideenloser Klamauk. Er war nicht mehr als eine Anhäufung von billigen Witzchen. So ruiniert man als Regisseur sein Renommee beim Publikum.



 
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