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Sorge vor einem Krieg im Kurdengebiet
Panzer der irakischen Armee wurden gestern bei einem ehemaligen Militärposten der Kurden im Nordirak gesichtet. Foto: afp
Irak

Sorge vor einem Krieg im Kurdengebiet

Bagdad dementiert Meldungen über eine Militäroffensive im kurdischen Norden des Landes, der sich abspalten will. Die Führung der Peschmerga-Kämpfer sieht dies anders und bereitet sich vor.

14.10.2017
  • DPA/AFP

Bagdad. Im Streit um das Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak wächst die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt. Das Generalkommando der kurdischen Peschmerga-Kämpfer warf Iraks Regierungskräften am Freitag vor, einen „Krieg gegen Kurdistan“ vorzubereiten. Armee und schiitische Milizen rückten zugleich südlich der Stadt Kirkuk ohne Kämpfe in Gebiete vor, die seit mehr als drei Jahren von Kurden kontrolliert wurden.

Iraks Militärführung wies Meldungen über den Beginn einer gegen die Kurden gerichteten Militäroperation zurück. Die Einheiten bei Kirkuk seien weiterhin dabei, von der IS-Terrormiliz befreites Gebiet zu säubern und zu durchkämmen, hieß es in einer Erklärung. Auch der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi bekräftige in Mitteilungen über Twitter, die Regierungskräfte könnten und würden keine irakischen Bürger angreifen, seien es Araber oder Kurden.

In der ölreichen Provinz Kirkuk ist der Konflikt zwischen Kurden und Zentralregierung besonders scharf, weil dieses Gebiet von beiden Seiten beansprucht wird. Die Peschmerga hatten im Sommer 2014 die Kontrolle über die Provinz übernommen, nachdem die Armee vor dem Ansturm der Terrormiliz IS geflohen war. Die Kurden exportieren von Kirkuk aus Öl über eine Pipeline in die Türkei.

Die Kurden im Nordirak hatten sich im September in einem umstrittenen Referendum mit einer überwältigender Mehrheit von fast 93 Prozent für die Abspaltung vom Irak ausgesprochen. Die Zentralregierung in Bagdad lehnte die Volksabstimmung jedoch als verfassungswidrig ab und pocht auf die Einheit des Landes. Sie wertet das Votum als Provokation. International wird das Referendum nicht anerkannt

Das kurdische Peschmerga-Kommando warnte vor einer „großen Katastrophe“. Die Peschmerga wollten kein Blutvergießen, seien aber bereit, „das Volk Kurdistans“ zu verteidigen, hieß es in einer Erklärung. „Wir werden niemandem erlauben, uns anzugreifen.“

Die Kurdenregierung in Erbil versetzte die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in der Region Kirkuk in Gefechtsbereitschaft. Der Sicherheitsrat der Kurdenregion stützte seine Einschätzung zu einem möglichen Angriff durch paramilitärische Milizen und die irakische Armee auf geheimdienstliche Erkenntnisse. Iraks Zentralregierung plane die Besetzung grenznaher Ölfelder, eines Flughafens und eines Militärstützpunktes, erklärte der Sicherheitsrat. Dafür habe sie Panzer und schwere Artillerie an der Grenze nahe Kirkuk mobilisiert.

Bereits am Donnerstag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte auch da bereits jegliche Interventionsabsichten dementiert. dpa/afp

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14.10.2017, 06:00 Uhr
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