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Sommernachtsträume


Irgendetwas klebt an meinem Bein. Stoff. Durchnässter Stoff in der Kniekehle – nicht sehr angenehm. Ich versuche, ihn abzustreifen, scheitere kläglich, verwickle mich nur weiter. Dann lasse ich das Gewand eben an. Vielleicht besser so, sonst hole ich mir einen Sonnenbrand. Ich stapfe durch die Wüste.

Am vierten Erntetag an unserem Kirschbaum war auch ich kurz davor zu sagen: Jetzt reicht’s, das ist einfach zu viel. Dann besann ich mich eines Besseren. Kann es des Guten zu viel geben? Wie Trauben hingen die Kirschen dieses Jahr am Baum. Glücklich ist, wer gute Freundinnen hat. Die rückten als Erntehelferinnen an. Eimer um Eimer füllte sich. Immer wieder schaute ich fasziniert in das dichte Geäst, gespickt mit dunkelrot-saftigen Kirsch-Dolden. Was für ein Traum.

Der Tag fing vielversprechend an: Die Nachbarn fuhren mit ihrer Kinderschar auf die Schwäbische Alb, und ich, die Spielfreundin von nebenan, durfte mitkommen. Es war ein strahlender Sommertag. Wir Kinder quetschten uns zu sechst in den VW Variant. Im Kofferraum hatten wir Fangnetze für seltene Schmetterlingsarten, die der Vater meiner Freunde sammelte. Und die Mutter der fünf Buben hatte Getränke eingepackt und reichlich Rote Würste für die hungrigen Kindermägen.