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Somewhere

Somewhere

In dem Venedig-Winner von Sofia Coppola wird ein Hollywoodstar von seiner kecken kleinen Tochter aus dem öden Luxusleben gerissen.

Jetzt im Kino: Sofia Coppolas Venedig-Winner "Somewhere" (11.11.)

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Jetzt im Kino: Sofia Coppolas Venedig-Winner "Somewhere" (11.11.) --

01:48 min

USA

Regie: Sofia Coppola
Mit: Stephen Dorff, Elle Fanning, Benicio Del Toro, Michelle Monaghan

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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09.11.2010
  • Dorothee Hermann

Die elfjährige Cleo (Elle Fanning) ist begabt, hat fantastische Umgangsformen und verspricht eine atemraubende Schönheit zu werden. Sie wirkt so beherrscht und erwachsen, dass es etwas Anrührendes hat, wenn sie auch einmal kichert wie ein kleines Mädchen. Sie ist ein Traum von einem Kind, dem die Welt zu Füßen liegen könnte. Es nützt ihr nichts: ihre Eltern sind mehr an sich selbst interessiert als an ihr.

Als ihre Mutter das Gefühl hat, nun einmal Zeit für sich zu brauchen, setzt sie Cleo für ein paar Sommerwochen bei ihrem Ex-Mann ab. Er ist der Hollywood-Superstar Johnny Marco (Stephen Dorff), der in einer Art Glamour-Stagnation lebt. Einiges über 30, ist er immer noch der Typ sehr verwöhnter Junge, der abgesehen von ein paar Promoterminen die Zeit totschlägt, dass es einem noch beim Zusehen beinahe zu viel werden kann vor so viel Leere.
Alkohol, Drogen und Sex gehören zum Mythos des Sunset Boulevard, und Johnny muss nicht einmal sein Bett im Celebrity-Hotel Chateau Marmont verlassen, um den einschlägigen Impulsen (Sehnsüchte wäre ein zu großes Wort dafür) nachzugeben.
Regisseurin Sofia Coppola („Lost in Translation“) ist eine brillante Stilistin, die dem Stillstand und der perfekten Oberfläche beachtliche Schauwerte abgewinnt – Kratzer jedoch tunlichst vermeidet. Einzig Johnnys im Normalbetrieb eher nachlässige Erscheinung stört das Bild, und ist vielleicht nur ein Versuch, dessen Authentizität zu beglaubigen. Dem Star-Image entspricht er vor allem dann, wenn auch im Film eine Kamera auf ihn gerichtet ist.

Sein bulliger Sportwagen mit dem raumgreifenden Sound eines Flugzeugtriebwerks ist das offensichtlichste Symbol für sein Rotieren auf der Stelle. Als Cleo auf der Bildfläche erscheint, könnte das ein Wendepunkt sein – aber nein: Wie der perfekte Gast fügt sich das Mädchen in die vorgefundene, prächtige Show-Kulisse. Die Vater-Tochter-Geschichte ist der emotionale Widerhaken in Sofia Coppolas leiser Persiflage der Celebrity-Kultur, die bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen holte.

Zunächst sieht Johnny Cleo nur in einer Pose, die der der Stripperinnen, die er sich aufs Zimmer bestellt, täuschend ähnlich ist – als wäre es die ultimative Aufgabe aller, die ihn umgeben, ihn zu unterhalten. Es scheint, als sähe man beständig eine der goldenen chinesischen Glückskatzen winken, die sich im Fernsehpreis „Telegatto“ buchstäblich manifestiert, der Johnny bei einem besonders öden Trip ins Berlusconi-Italien verliehen wird. Cleo bleibt nur, auch in Abendrobe zu brillieren.

Zeigt wie nebenbei Melancholie und Stagnation des Glamour-Business.

Spielplan

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09.11.2010, 12:00 Uhr | geändert: 19.01.2011, 12:00 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
08.01.2011

12:00 Uhr

Charlie D. schrieb:

Fräulein Coppolla scheint kein anderes Problem zu kennen, als die Tristesse von Hotelzimmern. Trotzdem ein fantastisch gemachter Film.



 
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