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Kommentar · Wolf II

Soll der Wolf gejagt werden?

Der Wolf breitet sich aus in Deutschland. Der Bundestag debattierte, ob Wölfe künftig gejagt werden sollten.

03.02.2018

Von THOMAS BLOCK

Die Vorstellung an sich ist natürlich ganz hübsch: Da kommt dieses in Deutschland ausgerottete, in Märchen und Volksliedern besungene Tier und erobert sich seinen angestammten Lebensraum zurück. Doch ganz so einfach ist das leider nicht. Denn das Land, in das der Wolf zurückkehrt, ist ein anderes als das, das er vor 150 Jahren verlassen hat. Ein Land, in dem der Wolf so gut wie keine natürlichen Lebensräume mehr hat, das zu den dichtbesiedeltsten Ländern der Welt gehört, und in dem eine Agrarwirtschaft gewachsen ist, die den Umgang mit Raubtieren verlernt hat. Wir können nicht mit dem Wolf umgehen und der Wolf nicht mit uns.

Noch besteht kein Grund zur Panik: Bei 60 Wolfsrudeln in ganz Deutschland hält sich das Problem in Grenzen. Doch die Population wächst, und sie wächst schnell: Innerhalb von acht Jahren hat sie sich fast verzehnfacht. Wir müssen uns jetzt überlegen, wie wir mit dieser neuen Art umgehen wollen – ohne Angst und ohne falsche Romantik. Denn so schön Artenvielfalt auch ist, so selbstverständlich ist es auch, dass große Raubtiere nichts, aber auch gar nichts in der Nähe von Ballungsgebieten und Weideregionen zu suchen haben.

Um das sicherzustellen, müssen Kommunen gerade im ländlichen Raum Werkzeuge erhalten, mit denen sie auf Ängste und Probleme reagieren können. Heißt: Ja, Jäger müssen Wölfe erschießen dürfen. Deutschland muss nicht wolffrei werden. Doch wenn ein Rudel wiederholt Schafe reißt; wenn Eltern Angst haben, weil ein Wolf in der Nähe einer Schule gesichtet wird; wenn Wölfe in städtische Räume ziehen, dann muss das Tier, das Rudel zum Abschuss freigegeben werden können.

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Erstellt:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2018, 06:00 Uhr

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