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Nato stärkt Luftabwehr der Türkei

Solidarität mit Ankara

Das russische Eingreifen in den Syrien-Konflikt bewegt die Nato dazu, die Luftabwehr des Bündnispartners Türkei zu stärken. Auch sonst wird beim Thema Russland an einer Neuausrichtung gearbeitet.

02.12.2015
  • KNUT PRIES (MIT DPA)

Brüssel. Die Nato kommt Aufforderungen der Türkei nach einer stärkeren militärischen Unterstützung im Bereich der Luftabwehr nach. "Wir werden an weiteren Maßnahmen arbeiten, um die Sicherheit der Türkei zu gewährleisten", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Er betonte, dass die Entscheidung bereits vor der jüngsten Eskalation der Spannungen zwischen der Türkei und Russland getroffen worden sei. Vergangene Woche hatte die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet einen russischen Kampfjet abgeschossen.

Das Bündnis erklärte, wenn auch in dürren Worten, seine Solidarität mit dem Verbündeten Türkei. Damit soll es gut sein. Zwar hat der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu die Angelegenheit zu "einer Frage der Würde" erklärt. Doch von solchen Überhöhungen wollen sie in der Nato-Zentrale nichts wissen. "Da mischen wir uns nicht ein", erklärt ein Diplomat. Stattdessen sollen "Rückversicherungsmaßnahmen" dazu beitragen, dass Ankara sein Heil nicht in diplomatischer Kraftmeierei suchen muss. Dabei geht es etwa um Luftraum-Überwachung durch Awacs-Flugzeuge, verstärkte Raketenabwehr und die Stationierung von Marine-Einheiten im östlichen Mittelmeer. Man müsse zu jederzeit "genau Bescheid wissen", wie sich die Lage in der Region entwickle, hieß es im Bündnis.

Was Russland anlangt, will die Nato bis zum Gipfel kommenden Juli in Warschau eine strategische Neuausrichtung ausarbeiten. Das Land sei natürlich weiter "der größte Nachbar, aber nicht mehr der Partner, in den die Nato investiert hat", sagte Douglas Lute, Nato-Botschafter der USA. Stoltenberg wollte die Minister über Moskaus "substanzielle militärische Aufrüstung" an unterschiedlichen Schauplätzen unterrichten: Arktis, Kaliningrad, Krim, Syrien. Es gehe um ein umfassendes Bild von den Fähigkeiten Russlands, sagte ein Nato-Diplomat: "Was haben die, und was folgt daraus für die Nato?"

Laut Stoltenberg wird das westliche Bündnis mit einer massiven Verstärkung der eigenen Abwehr-Möglichkeiten reagieren. Andererseits gehe es darum, "ruhig zu bleiben und Spannungen abzubauen". Berlin legt in diesem Zusammenhang besonderen Wert darauf, dass die Nato auch das Angebot zum Dialog bekräftigt. Die Bundesregierung würde deshalb gern den Nato-Russlandrat wieder aktivieren, der zuletzt 2014 getagt hatte und wegen des Konflikts mit der Ukraine brachliegt. Prinzipiell kann jedes Nato-Land das Gremium einberufen, ebenso die Russen. Ein Alleingang gilt aber als politisch zu heikel. Mit einem Beschluss dazu ist vorerst nicht zu rechnen, hieß es.

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02.12.2015, 08:30 Uhr
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