Prozess

Soldatin zum Sex gezwungen?

Hauptfeldwebel steht wegen Übergriffen und Nötigung vor Gericht. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

21.08.2020

Von DPA

Gera. Auf das Beziehungs-Aus folgten die Drohungen: Ein Hauptfeldwebel der Bundeswehr soll eine Kameradin mit der Weitergabe von Intimfotos an ihren Partner gedroht und Sex von ihr verlangt haben. Dazu kam es dann laut Anklage im Keller des Stabsgebäudes der Geraer Pionierkaserne. Seit Donnerstag muss sich der 46-Jährige nun unter anderem wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung vor dem Amtsgericht Gera verantworten. Am ersten Verhandlungstag hüllte er sich allerdings zu den Vorwürfen in Schweigen. Die Fotos waren laut Anklage während einer Beziehung der beiden entstanden und zeigen die Frau nicht nur in Unterwäsche, sondern auch nackt.

Auch gegenüber einer anderen Soldatin soll er übergriffig geworden sein. So habe er sie festgehalten, gegen ihren Willen auf den Mund geküsst und gesagt „Du willst es doch auch“, heißt es in der Anklageschrift. Ein anderes Mal soll er ihre Hand an sein bedecktes Genital geführt haben.

In den vergangenen Jahren sind vermehrt Verdachtsfälle auf sexuelle Übergriffe innerhalb der Bundeswehr gemeldet worden. Wurden 2014 noch 64 bekannt, waren es im vergangenen Jahr 345, wie die Wehrbeauftragte des Bundestages Eva Högl mitteilte. Dieses Jahr zeichne sich ein Rückgang ab – bisher seien es 131. dpa

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Erstellt:
21. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. August 2020, 06:00 Uhr

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