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"Volles Vertrauen" ins G36

Soldaten können Kritik am Sturmgewehr nicht nachvollziehen

Es ist der vierte Bericht zum Sturmgewehr G 36 - und er kommt zu einem völlig neuen Ergebnis. Die Soldaten können die Kritik an der Waffe nicht nachvollziehen. Dabei wird diese gerade ausgemustert.

15.10.2015
  • ANDRÉ BOCHOW (MIT DPA)

Berlin Gleich vier Berichte über das umstrittene Sturmgewehr G36, das von der Bundeswehr seit 20 Jahren genutzt wird, nahm nun die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) entgegen. Nach Angaben aus dem Ministerium wurden 4000 Seiten mit dem Untersuchungsmaterial gefüllt. Den "Bericht der Kommission zur Untersuchung des Einsatzes des G36-Sturmgewehres in Gefechtssituationen" überreichten der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Winfried Nachtwei, und der Ex-Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP). Dieser Bericht stützt sich vor allem auf die Befragung von Soldaten, die in Kampfeinsätzen waren.

Dabei kommt die Kommission zu dem Schluss, dass die mangelnde Präzision des G36, die in verschiedenen Testreihen aufgedeckt wurde, nicht zu bezweifeln ist. Aber: "Kein deutscher Soldat ist im Zusammenhang mit technischen Präzisionsmängeln des G36 gefallen oder verwundet worden."

Auch Hinweise auf "konkrete Gefährdung von Soldaten" fehlen. Und weiter heißt es in dem Bericht: "Alle Soldaten hatten und haben volles Vertrauen in das G36." Befragt worden waren 200 Soldaten. Alle waren in mehreren Einsätzen, viele kämpften mit dem G36 in Afghanistan. Und alle waren sich einig: Präzisionsmängel seien im Einsatz nie wahrgenommen worden. Im Gegenteil: Die Waffe sei leicht, bedienungsfreundlich und vor allem sehr zuverlässig. Auf Unverständnis stieß in diesem Zusammenhang die "öffentliche Darstellung als Pannengewehr."

Nun stellt sich die Frage, ob Ursula von der Leyen, die Entscheidung, die 167 000 Exemplare des G36 vorzeitig auszumustern, übereilt getroffen hat. Im April war ein Expertenbericht zum Schluss gekommen, dass die Trefferquote des Sturmgewehrs bei einer Temperaturveränderung um 30 Grad in Labortest auf sieben Prozent gesunken war. Gefordert werden von der Bundeswehr 90 Prozent.

Ein neues Gewehr steht vermutlich erst in zehn Jahren zur Verfügung. Das Statement der Ministerin zum Bericht wirkt schmallippig. "Wir werden das jetzt analysieren, in Ruhe aufarbeiten und dann auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen." In Wahrheit steht die Ministerin wohl zu ihrer Entscheidung. Es wäre bei solch eindeutigen Laborergebnissen "unverantwortlich" gewesen, mit dem G36 so weiterzumachen wie bisher. Das G36 habe eine "objektive Schwäche", hieß es. "Das kann man nicht ignorieren, wenn man das schwarz auf weiß hat." Vom Hersteller Heckler & Koch fordert das Ministerium Schadenersatz.

Neben dem Gelände des Waffenherstellers in Oberndorf befindet sich die Prüfstelle der Bundeswehr, die für das G36 zuständig ist. Das wiederum steht im jüngsten Bericht über die Geschäftsbeziehungen mit dem G36-Hersteller. Vorteilsnahme oder Korruption seien aber nicht festgestellt worden, heißt es im Bericht.

Soldaten können Kritik am Sturmgewehr nicht nachvollziehen
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nimmt den Bericht zum Sturmgewehr G36 entgegen. Foto: dpa

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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