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Snowboarder haben viele Eisen im Feuer
Patrick Bussler bestreitet schon seine vierten Olympischen Spiele. Mit einer Medaille hat es für den 33-Jährigen aber bislang nicht gereicht. Foto: Imago
Parallel-Riesenslalom

Snowboarder haben viele Eisen im Feuer

In der Speed-Disziplin gehen sieben Deutsche an den Start. An Silber-Gewinnerin Anke Wöhrer und ihrem Team hängt das Erreichen der Medaillenziele.

23.02.2018
  • MANUELA HARANT

Pyeongchang. Die Rennabteilung der deutschen Snowboarder steckt in der Zwickmühle: Einerseits könnte sie sich beschweren, dass sie nach der Abschaffung des Parallel-Slaloms bei Olympia nur noch eine Medaillenchance haben. „Natürlich schaut man mit etwas Neid auf die anderen Sportarten, die so viele Chancen haben, Medaillen zu machen, die hier doch so wichtig sind“, sagt Patrick Bussler, der im Alter von 33 Jahren schon zum vierten Mal dabei ist: „Wenn es nur auf den einen Tag ankommt, da lastet schon ein Riesendruck auf einem.“

Andererseits sind die Racer froh, dass sie sich unter spektakuläreren Teildisziplinen wie Big Air oder Snowboardcross behaupten können. „Natürlich hofft man, dass mal wieder eine Disziplin dazukommt wie mit dem Slalom in Sotschi“, meint Ramona Hofmeister, mit 21 zum ersten Mal bei Olympia am Start, „andererseits sind wir dankbar, dass wir überhaupt dabei sind. Denn es gibt genug Sportarten, die nicht olympisch sind“, sagt das Nesthäkchen der Mannschaft.

Stolz und Demut sind also zugleich angesagt vor den Qualifikations- und Ausscheidungsrennen im morgigen Riesenslalom (1 Uhr MEZ). Auf Kosten der Slalom-Snowboarder war für Pyeongchang ein weiterer Freestyle-Wettbewerb, der beim Publikum beliebte Big Air, eingeführt worden – was die Medaillenchancen der Deutschen dezimiert hat. Während sie bei Olympia 2014 in Sotschi zweimal Edelmetall in den Speed-Disziplinen holten, werden die Sprung-Wettbewerbe meist von amerikanischen Athleten dominiert.

Trotzdem hält „Team Deutschland“ am Ziel fest, wie in Sotschi mit dem Snowboard zwei Medaillen aus dem olympischen Feuer zu holen. Und da die Freestyler leer ausgingen, lastet nun der ganze Druck auf den Racern. „Wir kennen die Situation bestens“, sagt Anke Wöhrer, als Silbermedaillengewinnerin 2014 eine der größten Hoffnungen bei den Frauen: „In Sotschi haben wir es am letzten Tag auch noch rausgerissen. Wir wissen dass wir das können als Mannschaft.“

Ausgang unberechenbar

Insgesamt sieben Fahrer und Fahrerinnen sind dazu bereit: Neben den oben genannten hoffen die Allgäuerin Selina Jörg (30), die Oberbayerin Carolin Langenhorst (22), der gebürtige Ravensburger Alexander Bergmann (30) sowie Junioren-Weltmeister Stefan Baumeister (24) auf den Medaillencoup. Wer von ihnen ganz vorne mitmischen kann, ist schwer zu prognostizieren, da durch das K.o.-Prinzip beim Parallel-Riesenslalom neben dem fahrerischen Können auch das Losglück eine Rolle spielt. „Auch wenn Du Dich als 16. fürs Finale qualifizierst, kannst Du dort trotzdem noch gewinnen“, versucht Selina Jörg diese Tatsache positiv zu sehen. Und gerade deshalb ist es gut, dass Deutschland so viele Eisen im Feuer hat.

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23.02.2018, 06:00 Uhr
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