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Flug zur deutschen Nummer eins

Skispringerin Melanie Faißt aus Baiersbronn hat WM-Ticket in der Tasche

Von Baiersbronn in die Weltspitze: Melanie Faißt ist in diesem WM-Winter die beste deutsche Skispringerin. Als Einzige hat sie das WM-Ticket sicher. Die 20-jährige Schwarzwälderin ist selbst überrascht.

12.01.2011
  • KLAUS VESTEWIG

Schonach Ja gewiss: Von einer Skiflugschanze würde sie allzu gern einmal springen. "Am liebsten am Kulm oder in Oberstdorf", sagt Melanie Faißt und lächelt unter ihrem Springerhelm hervor, aus dem zwei kecke Zöpfe lugen. Bisher landete sie nach ihrem weitesten Sprung in Titisee-Neustadt bei 138 m.

Am vergangenen Wochenende ist sie ein Stück weiter nach oben gekommen. Und ganz nebenbei hat sie den familieninternen Vergleich mit ihrem Bruder Manuel gewonnen - und das gleich doppelt. Beim Continental-Cup-Springen in Schonach sprang sie nämlich 97,5 und 94,5 m weit, der drei Jahre jüngere Manuel kam bei seiner Weltcup-Stippvisite der Nordischen Kombinierer auf 90 m. Nicht unwesentlicher Zusatz: Weil die Frauen weniger Kraft beim Absprung haben, starteten sie mit einem um fünf bzw. sechs Luken längeren Anlauf.

Die Platzierung freilich ließ keine unterschiedlichen Deutungen zu: Während Melanie Dritte wurde, landete der Nachwuchs-Kombinierer nach Springen und 10-km-Lauf weit hinten auf Rang 53.

"Ich weiß, dass ich gut trainiert habe, aber das habe ich nicht erwartet. Ich habe einen großen Schritt nach vorn gemacht", registrierte die Flugkünstlerin erfreut. Beim vorangegangenen Wettbewerb in Notodden/Norwegen war sie ebenfalls Dritte geworden. Inzwischen ist sie in der Gesamtwertung des Continental-Cups als Fünfte die einzige Deutsche unter den Top-Ten. Ihre sportbegeisterte Familie fiebert mit. Mutter Andrea war Langläuferin und Fußballerin, Vater Klaus als Kombinierer Teilnehmer im Weltcup. "Ich bin schon stolz, das hat sie verdient. Sie ist konsequent dahinter gestanden", lobte der Vater die Tochter noch im Schanzenauslauf.

Wie Melanie kennt Klaus Faißt den wohl entscheidenden Grund für den Leistungsaufschwung, der sich seit dem Sommer 2009 andeutete: "Christoph Klumpp hat als D-C-Kader-Trainer die Zeit bekommen, mit ihr ein geregeltes Training zu machen." Faißt weiß die Dinge zu bewerten. Sechs Jahre leitete er das Ski-Internat Furtwangen, seit 1993 ist er Stützpunkttrainer in Baiersbronn und Honorartrainer beim Schwäbischen Skiverband. Seinen Job macht er übrigens mit so viel Engagement, dass er im Herbst zu jenen fünf "Trainern des Jahres" gehörte, die vom Deutschen Skiverband (DSV) ausgezeichnet wurden.

Bei Wettkämpfen der Tochter ist Faißt angespannter als beim Sohn: "Bei Manuel habe ich selten Bedenken, der bleibt locker. Meli setzt sich mehr unter Druck." Die 1,71 m große und 57 kg schwere Springerin scheint ihre Nerven inzwischen aber besser im Griff zu haben.

Das macht Damen-Bundestrainer Daniel Vogler auch am Heilpädagogik-Studium seines Schützlings fest: "Sie ist weg von zu Hause und macht eine Top-Ausbildung, das tut ihr gut. Sie wird reifer." Gleich in zweifacher Hinsicht sei sie verbessert. "Mental ist sie einen großen Schritt weitergekommen, und sie hat sich im Absprung verbessert."

Das Ticket für die Nordische WM in Oslo hat Melanie Faißt als bisher Einzige im DSV-Kader in der Tasche. "Wenn sie mit will", sagte Vogler und schaute schelmisch zu seiner Leistungsträgerin hinüber. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "Klar will ich mit."

In der Ferne lockt dann schon Olympia in Sotschi 2014. Eigentlich scheint mit dem Frauen-Springen alles klar, allerdings müssen sich die Olympia-Kandidaten dem IOC nocheinmal bei ihren Weltmeisterschaften präsentieren. Präsident Jacques Rogge entscheidet im April endgültig. Ein längst überfälliger Beschluss. Melanie Faißt sieht den Dingen gespannt entgegen. "Unsere Chancen stehen nicht schlecht", sagt sie: "Wir können nicht mehr als gut skispringen. Alles andere entscheidet das IOC." An Argumentationshilfen lässt sie es mit ihren gelungenen Flügen nicht fehlen.

Skispringerin Melanie Faißt aus Baiersbronn hat WM-Ticket in der Tasche
Sprang in Schonach sogar weiter als ihr Bruder: Melanie Faißt. Fotos: Stefan Diaz

Skispringerin Melanie Faißt aus Baiersbronn hat WM-Ticket in der Tasche
In diesem Jahr die beste deutsche Skispringerin: die Schwarz- wälderin Melanie Faißt.

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12.01.2011, 12:00 Uhr
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