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Familie als sicherer Rückhalt

Ski nordisch: Freundin und Söhnchen größte Fans von Weltmeister Eric Frenzel

Dass das Image der Nordischen Kombination im vergangenen Winter aufpoliert worden ist, lag an Eric Frenzel. Er wurde Weltmeister und gewann den Gesamtweltcup. Seine Familie verleiht ihm große Stabilität.

29.11.2013

Von KLAUS VESTEWIG

Ankaran/Slowenien Es war der 17. März dieses Jahres, Saisonabschluss in Oslo, als Philipp glücklich war. Mit dem Schriftzug "Papa Nr. 1" lief der Sechsjährige stolz im Zielraum des Holmenkollens umher. Philipps Papa heißt Eric Frenzel. Philipp ist der größte Bewunderer, freilich auch der größte Kritiker des inzwischen 25-Jährigen, dem in Oslo auch Norwegens König Harald V. seine Referenz erwies.

Die vergangene Saison hat Frenzels Sprössling sehr gefallen: Da war der Vater nämlich tatsächlich erstmals die Nummer eins in der Nordischen Kombination. In Val di Fiemme wurde er Weltmeister. Und was fast noch wichtiger war: Als dritter Deutscher nach Hermann Weinbuch (1986) und Ronny Ackermann (2002, 2003 und 2008) gewann er den Gesamtweltcup - sogar mit einem riesigen Vorsprung vor dem Franzosen Jason Lamy-Chappuis. Von den letzten acht Weltcups des Winters gewann er allein sechs. Diese Erfolge waren maßgeblich dafür, dass die deutschen Kombis die Nationenwertung vor Norwegen und Österreich gewannen.

"Die letzte Saison war schon ganz besonders für mich mit zwei großen Erfolgen", sagt Frenzel beim Blick zurück. Ein paar Termine mehr hat es für den Sachsen inzwischen gegeben. Sofern die in den Trainingsplan passen, nimmt er sie gern war. Den bescheidenen Athleten, der immer noch wie ein Teenager aussieht, bringt so leicht nichts aus der Fassung. Das liegt vor allem an seinem sicheren Rückhalt in der Familie. Als er Vater wurde, war er 18, und seine Freundin Laura, eine ambitionierte Skilangläuferin, wie er am Sportinternat Oberwiesenthal, gerade mal 15. Keine leichte Situation am Beginn einer Leistungssport-Karriere.

Vor drei Jahren hat die junge Familie im beschaulichen Flossenbürg in der Oberpfalz, der Heimat seiner Freundin, ein Holzhäuschen gebaut. Bei wichtigen Wettkämpfen sind Laura und Philipp dabei. Das gibt dem Sportsoldaten stets den letzten Schub. Seinen WM-Titel in Val di Fiemme gewann er bemerkenswerterweise erst, als die Familie ins Trentino nachgereist war. Auch bei Olympia in Sotschi wird sie als Glücksbringer vor Ort sein. "Meine Eltern, ihre Eltern, Freunde, Bekannte - das wird eine größere Gruppe, die mich unterstützt", weiß Frenzel.

Die Aussicht auf Sotschi prägt die am Samstag in Kuusamo beginnende neue Weltcup-Saison. "Jeder Sportler hat den Wunsch, die Goldmedaille zu gewinnen. Dafür trainiere ich. Wenn ich antrete, will ich ganz oben stehen", sagte Frenzel kürzlich bei der Fachtagung Forum Nordicum in Ankaran/Slowenien zu seiner Zielsetzung. "Vor Olympia wollen wir alles in die Waagschale werfen", betont der siebenmalige WM-Medaillengewinner. 1000 zusätzliche Trainingskilometer auf stattliche 6000 hat die Trainingsplanung vor dem Winter vorgesehen. Das Problem der Kombinierer: Neben der Ausdauer-Sportart Langlauf darf auch die Schnellkraft-Disziplin Skispringen (rund 600 Sprünge im Jahr) nicht vernachlässigt werden. "Im vergangenen Jahr hatten wir am Anfang der Saison keine frischen Beine, das könnte diesmal ähnlich sein", gibt der Mann zu bedenken, der bei der WM 2011 in Oslo mit vier Medaillen zum erfolgreichsten Kombinierer avanciert war. Bisher aber, so meint er, habe er die hohe Laufbelastung gut verkraftet: "Ich springe derzeit auf einem guten Niveau."

Auch bei seinem neuen Schwerpunkt, dem dritten neben Familie und Leistungssport, läuft es gut. Am 16. September hat er an der Hochschule in Mittweida ein Studium für Wirtschaftsingenieurwesen begonnen - ein Pilotprojekt mit Spitzensportlern, das in erster Linie über eine Lernplattform abläuft. "Die Hochschule unterstützt mich. Das bringt Abwechslung auf den Lehrgängen", sagt Frenzel. Und im übrigen habe er das Abitur ja einst unter ähnlichen Umständen gemacht. Übernehmen wolle er sich dadurch jedenfalls nicht. Denn eines ist Eric Frenzel am wichtigsten: "Ich muss alles mit meiner Familie unter einen Hut bringen." Er weiß genau, woher er seine Stabilität bezieht.

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Erstellt:
29. November 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
29. November 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. November 2013, 12:00 Uhr

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