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Tödliches Geschäft mit Flüchtlingen

Skandal um Rettungswesten in der Türkei

In der Türkei wurden lebensgefährliche Billig-Rettungswesten an Flüchtlinge verkauft. Die Polizei soll bereits eine fünfköpfige Bande im Visier haben.

10.10.2015
  • GERD HÖHLER

Istanbul Sie sollen Menschenleben retten. Stattdessen bringen sie Menschen in Lebensgefahr. Die türkische Polizei hat in Izmir und anderen Städten an der Ägäisküste tausende gefälschte Rettungswesten sichergestellt, die dort an Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern verkauft werden sollten, bevor die Menschen die gefährliche Überfahrt zu einer der griechische Inseln antreten.

Die leuchtend orange eingefärbten Westen versprechen Sicherheit, wenn eines der Flüchtlingsboote auf der oft stürmischen Überfahrt kentert oder vor einer der Inseln von der Brandung an eine Felsküste geworfen wird und sinkt. Die Schwimmwesten sind inzwischen ein Verkaufsschlager in vielen Läden. Selbst Andenkenhändler, Elektrogeschäfte und Gemüseverkäufer haben sie in ihr Sortiment aufgenommen. Auch fliegende Händler, darunter viele syrische Flüchtlinge, bieten die Westen an.

Rund 100 türkische Lira, umgerechnet etwa 30 Euro, kostet eine solche Weste. Aber es gibt auch Sonderangebote, die nur halb so viel oder ein Drittel kosten.

Auf diese Billig-Rettungswesten hat nun die Polizei ein Auge geworfen, denn im Notfall bringen sie ihren Träger um. Während reguläre Westen mit leichten Kunststoffen wie Styropor gefüllt sind und so auch einen Nichtschwimmer über Wasser halten, sind die gefälschten Westen mit Schaumstoff gefüllt, der sich sofort mit Wasser vollsaugt. Sie sind keine Auftriebshilfe sondern ein Ballast, der einen Menschen rettungslos in die Tiefe zieht.

Allein in Izmir haben die Polizeibehörden bereits rund 1500 dieser tödlichen Rettungswesten sichergesellt. Nach türkischen Medienberichten sind die Ermittler den Herstellern der gefälschten Westen, die bekannte Markennamen tragen, auf der Spur. Es soll sich um eine Bande von fünf Tätern handeln.

Wie viele Flüchtlinge bereits wegen der minderwertigen Rettungswesten ihr Leben verloren haben, ist unbekannt. Nach Angaben der Uno-Flüchtlingsagentur UNHCR sind in diesem Jahr bereits 530 000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Nach einer Schätzung von UNHCR sind seit Jahresbeginn etwa 3000 Menschen bei der Überfahrt ertrunken.

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10.10.2015, 12:00 Uhr
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