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Ausstellung

„Sinnbild für den göttlichen Geist“

Die Kunsthalle Karlsruhe zeigt 60 Werke der Landschaftsmalerei aus 600 Jahren.

14.03.2017

Von EPD

In Karlsruhe zu sehen: Max Ernsts surrealer „Wald“. Foto: dpa

Karlsruhe. „Wir werden von den Landschaften unserer Kindheit so viel mehr geprägt, als uns bewusst ist“, schreibt die Kinderbuchautorin Cornelia Funke in einem Text zur Karlsruher Ausstellung „Unter freiem Himmel. Landschaft sehen, lesen, hören“. Dort sind in der Staatlichen Kunsthalle 60 deutsche, niederländische und französische Kunstwerke aus sieben Jahrhunderten zu sehen.

Die Schau begibt sich auf einen Streifzug durch 600 Jahre Kunstgeschichte und macht deutlich, dass Landschaft ein weites Feld künstlerisch-intellektueller Interpretation ist. Das gilt, auch wenn die Landschaftsmalerei als klassische Bildgattung zwischen Porträt und Stillleben lange Zeit relativ niedrig platziert worden ist.

Inspirierte Dichter

Geografisch führt die Ausstellung nach Südfrankreich, Italien, in die Wüste Araba und nach Brasilien. Gezeigt werden Gemälde von Jacob van Ruisdael, Caspar David Friedrich, Paul Cézanne, Paul Klee, Joan Miró, René Magritte, Fritz Klemm und anderen. Das älteste wurde 1410/20 gemalt, das jüngste Bild stammt von Daniel Roth aus dem Jahr 2007. Dazu werden Texte von Schriftstellern, Philosophen und Wissenschaftlern gezeigt, die sich von den Gemälden inspirieren ließen.

Das älteste Bild „Besuch des Jesusknaben bei Johannes in der Wüste“ wurde von einem unbekannten oberrheinischen Maler um 1410/20 gemalt. Statt der Wüste sei ein Paradiesgarten zu sehen, schreibt die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck. Daher müsse die Bibel bei der Interpretation dieses Bildes mitgedacht werden. Die Natur stehe hier als „Sinnbild für den göttlichen Geist, der alles durchdringt und die Natur erst geschaffen hat“.

Die Ambivalenz der Landschaftsbetrachtung wird auch bei Funke deutlich. Sie interpretiert Johan Christian Clausen Dahls (1788–1857) „Elblandschaft bei Dresden im Mondschein“. Das Mondlicht habe schon immer kompliziertere Gefühle wachgerufen als das der Sonne, schreibt sie. „Die Welt kann ein dunkler Ort sein, und das Mondlicht spricht von beidem, vom Licht und von der Dunkelheit.“ epd

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Erstellt:
14. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. März 2017, 06:00 Uhr

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