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Immobilien

Sinkende Mietpreise in Metropolen erwartet

Experten erwarten in Berlin, München und Stuttgart bald sinkende Preise. Auch wegen Rekordzahlen im Wohnungsbau.

21.02.2018

Von DIETER KELLER

300 000 neue Wohnungen wurden 2017 gebaut. Dieses Jahr könnten noch mehr fertiggestellt werden. Foto: ©Julia Zavalishina/Shutterstock

Berlin. Wohnen wird ein immer teurerer Spaß: 7,46 EUR pro Quadratmeter musste im vergangenen Jahr im Bundesdurchschnitt zahlen, wer einen neuen Mietvertrag abschloss. Das waren 4,3 Prozent mehr als 2016. Fast doppelt so hoch war die Preissteigerung bei Eigentumswohnungen: Mit 2120 EUR pro Quadratmeter kosteten sie fast 8 Prozent mehr. Doch die Aussichten sind positiv, ist sich Harald Simons vom Forschungsunternehmen Empirica sicher: „Der nunmehr seit acht Jahren andauernde Kauf- und Mietpreisanstieg dürfte bald zu Ende sein.“

In München, Berlin und Stuttgart könnten die Kaufpreise in den nächsten vier Jahren sogar um ein Viertel bis ein Drittel einbrechen, erwartet Simons. In anderen Städten hält er dagegen keine großen Korrekturen für wahrscheinlich. Empirica hat für den Zentralen Immobilien Ausschuss das jährliche Gutachten über die Entwicklung der Immobilienwirtschaft erstellt. Um die Entwicklung der Preise für Altbauwohnungen mit 60 bis 80 Quadratmeter und gehobener Ausstattung unabhängig vom Baujahr zu erfassen, wurden Immobilieninserate ausgewertet; Neubauten sind ausgeklammert.

Simons nennt mehrere Gründe für die Beruhigung auf dem Wohnungsmarkt: Die Zuwanderung von Ausländern aus der EU und von Flüchtlingen hat deutlich abgenommen. Gleichzeitig gibt es Rekordzahlen beim Wohnungsbau. Nach 300?000 neuen Wohnungen 2017 dürften in diesem Jahr noch mehr fertiggestellt werden. Zudem können die Zinsen nicht noch weiter sinken, die in den vergangenen Jahren die Immobiliennachfrage anheizten.

Nach der Analyse vom Empirica sind die Kaufpreise in München um 35 Prozent überhöht, in Berlin und Stuttgart um 28 Prozent. Ähnlich sieht es in Hamburg, Düsseldorf, Köln und Frankfurt aus. Das trifft sich mit der Einschätzung der Deutschen Bundesbank: In ihrem jüngsten Monatsbericht schätzt sie die Preisübertreibungen in den Städten auf 15 bis 30 Prozent.

Das hilft allerdings denen wenig, die sich 2017 den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllten: Sie mussten in München im Schnitt 6500 EUR pro Quadratmeter hinlegen, in Stuttgart 3700 EUR und in Berlin 3300 EUR. In der bayerischen Metropole kostete damit eine 80-Quadramtmeter-Altbauwohnung stolze 520?000 EUR.

Kein Wunder, dass gerade junge Leute zunehmend in „junge Schwarmstädte“ abwandern, wie sie die Immobilienexperten nennen. Im Osten hat nicht nur Leipzig gewonnen, sondern auch Rostock oder Cottbus. In Süddeutschland dagegen sehen sie keine Stadt, die so eindeutig die Rolle Münchens übernimmt. In Baden-Württemberg gehören Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe zu den Schwarmstädten, obwohl die Mieten kaum niedriger sind als in Stuttgart. Günstiger sind dagegen Ulm, Mannheim, Heilbronn und Pforzheim.

Dass gebrauchte Eigentumswohnungen im Land 2017 noch deutlich teurer wurden, zeigen Zahlen des Immobilienverbands Deutschland: In Stuttgart stiegen die Kaufpreise um gut 8 Prozent, in Freiburg sogar um 9 Prozent.

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Erstellt:
21. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 06:00 Uhr

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