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Sieg in der Luken-Lotterie
Küsse mit historischer Bedeutung: Zum ersten Mal seit 13 Jahren gewann in Severin Freund wieder ein deutscher Skispringer in Oberstdorf. Foto: dpa
Vierschanzentournee: Severin Freund triumphiert bei Auftakt in Oberstdorf

Sieg in der Luken-Lotterie

Deutschland hat wieder einen Siegspringer bei der Vierschanzentournee: In einem nervenaufreibenden Finale sicherte sich Severin Freund den Erfolg nach einem kuriosen Auftakt in Oberstdorf.

30.12.2015
  • MANUELA HARANT

Oberstdorf. Vier Springer musste Severin Freund in der Leader-Box abwarten, dann hatte er sich im Nervenkrieg von Oberstdorf zum Sieg gezittert. Wer hätte das gedacht: Der Zweikampf zwischen Topfavorit Peter Prevc und dem Niederbayern bei der 64. Vierschanzentournee schien nach dem ersten Durchgang des gestrigen Auftakt-Springens schon fast entschieden. Doch dann spielte der Wind Schicksal - und Severin Freund gelang ein Sprung für die Geschichtsbücher.

Es war der Sprung von einem Jäger, der plötzlich zum Gejagten wurde. Freund drehte mit 137,5 Metern und 11,1 Punkten mehr für den Start von Luke 9 einen 7,8-Punkte-Rückstand auf Prevc in einen 7,3-Punkte-Vorsprung. Der Slowene, der mit Rückenwind noch 130 Meter schaffte, fiel sogar hinter den Österreicher Michael Hayböck (304,2 Punkte) zurück.

Der 27 Jahre alte Freund hat nun wohl Frieden bei der Vierschanzentournee gefunden, bei der er schon so oft abgestürzt war. Entsprechend vorsichtig war seine Zielvorgabe im Vorfeld gewesen: "Wenn ich am Ende nicht mehr als zehn Punkte Rückstand auf den Führenden habe, das wäre schon schön", hatte der bescheidene Bayer gesagt.

Selbst dieses Ziel war nach dem ersten Durchgang in akuter Gefahr, als Freund wie Prevc Pech mit dem Wind hatte, aber auch 3,5 Meter kürzer als der Slowene sprang. Prevc funktionierte da noch wie ein Uhrwerk. Doch die Luken-Lotterie in Runde zwei - die letzten zehn Springer wurden aus fünf verschiedenen Luken losgelassen - zerrte doch an den Nerven der Springer. Nur Freund blieb ruhig und nutzte den leichten Aufwind für die entscheidenden Meter. "Es macht schon einen Riesenunterschied, ob du einen Hauch von vorne oder von hinten bekommst", entschuldigte sich Freund schon fast für seinen Sieg.

Aber nicht nur der Wahl-Münchner hatte in der Marktgemeinde Oberstdorf einen historischen Sieg errungen, den ersten seit Sven Hannawald 2002, sondern auch das Skispringen selbst: Erstmals seit Hannawalds Goldenen Zeiten war die Arena unter der Schattenbergschanze mit 25 500 Zuschauern wieder ausverkauft.

Unter den Augen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der im Hintergrund an der Bewerbung Oberstdorfs für die Nordische Ski-WM 2021 mitbastelte, steigerten sich die Deutschen im zweiten Durchgang deutlich: Andreas Wellinger verbesserte sich von Platz 23 auf 15, Stephan Leyhe von 21 auf 14 und Andreas Wank von 22 auf 13. Wir sind einfach mal rotzfrech runter gesprungen", sagte ein euphorischer Wank danach. "Jetzt wird es eine schöne Tournee."

Auch Richard Freitag hatte einen bescheidenen ersten Durchgang erlebt, schaffte es über einen starken zweiten Sprung aber als Neunter noch in die anvisierten Top Ten. Der Sachse hatte schon im Probedurchgang sein Potenzial mit 130 Metern bei schlechtesten Windbedingungen gezeigt, wo er Zweiter geworden wäre. Die deutschen Adler sind nicht nur durch Freunds Erfolg wieder so stark wie vor 13 Jahren.

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30.12.2015, 08:30 Uhr
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