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Sicherheit statt Spaßfußball
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen: Bei der Ankunft der Nationalspieler wachten gestern Polizisten vor dem Mannschaftshotel nahe dem Potsdamer Platz. Foto: dpa
Im Schatten des Terrors: DFB erhöht Schutzvorkehrungen vor Länderspielen

Sicherheit statt Spaßfußball

Die EM ist noch in weiter Ferne: Beim Treffpunkt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Berlin waren die aktuellen Terroranschläge in Brüssel und der Rauswurf von Max Kruse die beherrschenden Themen.

23.03.2016
  • SID

Berlin. Oliver Bierhoff wirkte ernst und nachdenklich. Von Vorfreude auf die beiden anstehenden Länderspielklassiker am Samstag in Berlin gegen England (20.45 Uhr/ZDF) sowie drei Tage später in München gegen Italien (20.45/ARD) war 80 Tage vor dem EM-Start in Frankreich bei dem Teammanager des Weltmeisters Deutschland nur wenig zu spüren. "Das ist eine schwierige Situation. Wir werden sicher mit der Mannschaft über das aktuelle Geschehen sprechen müssen. Da geht jeder anders mit um. Aber dass wir uns damit beschäftigen müssen, ist ja klar", sagte Bierhoff sichtlich mitgenommen angesichts der aktuellen Terroranschläge von Brüssel.

Die Bombenattentate auf dem Flughafen und an diversen Metro-Stationen in der belgischen Hauptstadt mit vielen Toten und Verletzten haben bei der deutschen Nationalmannschaft unwillkürlich Erinnerungen an den 13. November vergangenen Jahres geweckt. "Das wird sich nicht vermeiden lassen", sagte Co-Trainer Thomas Schneider. An dem besagten schwarzen Freitag musste das DFB-Team nach der 0:2-Niederlage gegen den EM-Gastgeber im Stade de France die fürchterlichen Terrorakte in Paris und um das Stadion im Vorort St. Denis miterleben.

"Jeder Mensch hat Angst. Man muss lernen damit zu leben. Als Profi muss man aber auch die Stärke haben, das auszublenden", sagte Shkodran Mustafi, der deutsche Nationalverteidiger in Diensten des FC Valencia, bei der Ankunft im Teamhotel. Auch Galatasaray-Profi Lukas Podolski, der in der Türkei mit ständiger Terrorangst leben muss, machte klar: "Man muss lernen, mit der Angst umzugehen. Das ist eine Situation, die uns allen Sorge bereitet. Man kann aber jetzt nicht alle Länderspiele absagen." Die aktuellen Ereignisse werden Bundestrainer Joachim Löw und Bierhoff in den kommenden Tagen sensibel aufarbeiten müssen. "Wir werden darüber sprechen und gleichzeitig versuchen, den Fokus auf die EM zu legen und die Vorfreude auf das Turnier zu entfachen", sagte Löw.

Am Samstag werden der Bundestrainer und sein Team aber einen Vorgeschmack auf die EM bekommen. Denn die Sicherheitsvorkehrungen im und um das Berliner Olympiastadion werden neue Dimensionen erreichen. Die Behörden halten sich aktuell aber noch mit Informationen bedeckt.

Nach der Absage des Länderspiels Deutschland-Niederlande in Hannover wegen einer Terrorwarnung kurz nach dem Paris-Horror wird die Arena zu einem Hochsicherheitstrakt. "Unser Sicherheitsexperte Hendrik Große Lefert steht in ständigem Austausch mit den Berliner Behörden. Man kann nie alles ausschließen, wir vertrauen aber den Experten", sagte Bierhoff.

Das Thema Terror verdrängte beim Weltmeister dennoch die sportlichen Aspekte und auch die "Affäre Kruse" vor den ersten Länderspielen des Jahres in den Hintergrund. Bierhoff rechtfertigte dennoch noch einmal den Rauswurf des Wolfsburger Stürmers aus dem Aufgebot. "Das war eine Anhäufung von Ereignissen und am Ende war der Bogen überspannt", so Bierhoff, der den 28-Jährigen aber noch nicht auf ewig und immer verdammen wollte: "Wir haben aktuell nicht den Eindruck, dass es das richtige Zeichen ist, wenn er bei uns dabei wäre. Ich will aber nicht den Stab über ihn brechen."

Zuspruch bekam Kruse von Kevin Großkreutz, seinem früheren Kollegen in der Nationalmannschaft: "Mein Gott. Jeder Mensch macht Fehler und hat ein Privatleben", so schrieb der Profi des VfB Stuttgart: "Jeder Mensch hat eine Leiche im Keller und sollte sich an die eigene Nase packen." Bundestrainer Löw hatte Kruse wegen dessen jüngsten Eskapaden im Berliner Nachtleben aus seinem Aufgebot für die Länderspiele gegen England und Italien gestrichen.

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23.03.2016, 08:36 Uhr
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