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Sicherer wohnen
Dunkle, heruntergekommene Unterführungen, im schlechtesten Fall auch noch verwinkelt: Sicherheitsaspekte sind auch im Städtebau wichtig. Foto: Volkmar Könneke
Die Polizei hat einen Ratgeber für Kriminalprävention im Städtebau entwickelt

Sicherer wohnen

Dunkle Gassen, enge Wege, zugige Ecken: Wenn künftig gebaut wird, soll es derlei Orte nicht geben. Die Polizei hat einen Ratgeber dafür entwickelt.

24.08.2016
  • TOBIAS KNAACK

Ulm. Die Neonröhre flackert unruhig. Die nächste ist schon ausgefallen. Erst die dahinter leuchtet wieder. Auf dem Boden und auf der gekachelten mit Graffiti beschmierten Wand wandert der Schatten des Fußgängers im Halbdunkel entlang des verwinkelten Weges mit. Der Wind pfeift, über der niedrigen Decke rattert ein Zug. Noch die Treppen rechts hoch und dann wieder an der Oberfläche. Durchatmen.

Auch wenn diese spezielle Unterführung bloß Fiktion ist, es gibt diese Ecken in Städten, Dörfern und Gemeinden, die verwinkelt sind, die eng sind, die dunkel sind. Bei vielen sorgen sie für Unbehagen, bringen beim Entlanggehen ein diffuses Gefühl der Unsicherheit. Viele dieser Unterführungen, verwinkelten Wege und dunklen Ecken sind vor vielen Jahrzehnten entstanden, beim Bau wurden Aspekte der Sicherheit wie Offenheit, Helligkeit und Barrierefreiheit vielleicht nicht vollends mitgedacht. Manches lässt sich nachrüsten oder umbauen, manches aber auch nur schwer. Geld kostet es allemal.

Aus diesem Grund soll, geht es nach der Polizei, bei künftigen Bauprojekten in Städten auch kriminalpräventiv gedacht werden – etwa bei den Sedelhöfen in Ulm oder dem angedachten Rosenstein-Quartier, das in Stuttgart im Rahmen der Bahnhofsarbeiten entstehen soll. In einem gemeinsamen Projekt der Länder und des Bundes hat eine Arbeitsgruppe „Kriminalpräventive Empfehlungen für städtebauliche Projekte“ entwickelt und diese ins Internet gestellt. „Mit unserem neuen Online-Angebot wollen wir allen an solchen Prozessen Beteiligten grundlegende Informationen und Impulse für ihre Arbeit geben“, erklärt Gerhard Klotter, der Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg und Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist.

Neben Informationen für Privatpersonen, Investoren, Planer und Entscheidungsträger werden in einem internen Bereich auch Polizeimitarbeitern spezielle Informationen zur Intensivierung der „zielgruppenorientierten Arbeit“ zur Verfügung gestellt. Beleuchtet werden Aspekte wie öffentliche und private Räume, Wohnanlagen, Schulen und Kindertagesstätten, Spielplätze und Kleinsportanlagen, öffentlicher Nahverkehr und Gewerbe.

Zurück in den Untergrund: „Wenn möglich sollte auf Unterführungen und Tunnel für den Fußgänger- und Radverkehr verzichtet werden“, steht auf der Ratgeberseite der Polizei. „Sollten sie dennoch nötig sein, ist auf Überschaubarkeit durch möglichst kurze, geradlinige Wegführung, Vermeidung von Nischen, helle Farbgebung und angemessene Beleuchtung zu achten.“ Der Einsatz von Spiegeln könne helfen, wichtig zudem: übersichtliche und gut ausgeleuchtete Beschilderung.

Es gehe nicht darum, für jeden Fall konkrete Lösungen anzubieten, vielmehr um Sensibilisierung und Austausch zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten. Am Ende jedes Kapitels werden Leitfragen aufgeworfen, die Orientierung geben sollen. Exemplarisch nochmal die Unterführungen: Wer sind die Nutzergruppen des Ortes? – Wo wollen sie hin? – Gibt es Nutzergruppen, die ich von diesem speziellen Ort fernhalten möchte? – Kann durch bauliche Maßnahmen Konflikte zwischen Nutzergruppen im Vorfeld vorgebeugt werden?

Die Polizei hat die Hoffnung: „Kritische Situationen können so von vornherein vermieden werden, was spätere Nachbesserungen und zusätzliche Kosten erspart“, heißt es in einer Meldung. Denn das Ziel ist klar: Das „Sicherheitsgefühl und die Wohnzufriedenheit der Bewohner und damit letztlich auch deren Identifikation mit ihrem Wohnquartier“ zu stärken.

Info www.polizei-beratung.de

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24.08.2016, 06:00 Uhr
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