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ESC

„Sicher sind viele irritiert“

Der Vorentscheid ist die erste große TV-Show der „Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis. Sie hält den Wettbewerb für sehr wichtig.

22.02.2018

Von CLAUDIA WYSTRICHOWSKI

Drückt Deutschen und Griechen die Daumen: Linda Zervakis. Foto: Wireimage/Getty Images

Hamburg. Die Fernsehzuschauer kennen Linda Zervakis als Nachrichtensprecherin der „Tagesschau“. Heute präsentiert sie mit dem Moderator Elton für die ARD den ESC-Vorentscheid „Unser Lied für Lissabon“. In der live aus Berlin übertragenen Show wird der Künstler gesucht, der im Schlagerwettbewerb Eurovision Song Contest 2018 am 12. Mai in Lissabon für Deutschland antritt.

Frau Zervakis, macht ein solcher Auftritt Sie nervös?

Linda Zervakis: Ja, sehr sogar. Ich weiß zwar, dass mir bei der „Tagesschau“ im Schnitt mehr als zehn Millionen Menschen zugucken, und eigentlich sollte mich das ja beruhigen. Aber die Art der Sendung ist eine völlig andere. Der ESC-Vorentscheid ist eine Unterhaltungssendung, und bestimmt sind viele Zuschauer erst mal irritiert.

Warum sollte das Publikum irritiert sein?

Ich könnte mir vorstellen, dass viele, die mich nur aus der „Tagesschau“ kennen, denken: „O Gott, was will die spröde Nachrichtensprecherin da? Die guckt immer so ernst, die geht bestimmt zum Lachen in den Keller.“ Diese Leute muss ich jetzt überzeugen, dass ich meine Texte nicht immer vom Zettel ablesen muss und dass ich länger durchhalte als nur eine Viertelstunde. (lacht)

Stimmt es, dass Sie sich vor Ihrer „Tagesschau“-Karriere beim Musiksender MTV beworben haben?

Ja, da war ich Anfang 20 und diese Sender waren groß im Kommen. Ich habe damals gerade beim Radio volontiert und irgendwo habe ich eine Anzeige gesehen, dass die jemanden suchen. Dann habe ich mich beworben, bin aber kläglich gescheitert. Ich war wohl in deren Augen nicht freaky genug.

Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

Für mich ist Musikhören immens wichtig, zum Beispiel um mich auf den Boden zurückzuholen, wenn ich im Schichtdienst stecke. Mir gefällt zum Beispiel Rhythm and Blues, Soul oder Alternative, auch mal Hip Hop. Seit ich zwei Kinder habe, mischen sich auch ganz viele Kinderlieder von Rolf Zuckowski in meine Hörgewohnheiten.

Und wie stehen Sie zum ESC?

Der ESC begleitet mich schon ein Leben lang. Ich erinnere mich noch gut an die Abende mit der gesamten Familie, als man vorher gebadet hat und dann im Bademantel mit einer Packung Erdnussflips vor dem Fernseher saß. Vor allem die Punktevergabe fand ich schon als Kind spannend. Bis heute finde ich es eigentlich unmöglich, sich an einem ESC-Abend etwas anderes vorzunehmen, das wird nach wie vor zelebriert..

Haben Sie schon einen Favoriten?

Nein, und es ist auch ein Glück, dass ich kein Jurymitglied bin. Ich lag in der Vergangenheit beim ESC immer völlig daneben mit meinen Prognosen und hätte die deutschen Teilnehmer nie so weit hinten gesehen, ich fand sie nämlich gar nicht so schlecht.

Sie sind als Kind griechischer Gastarbeiter in Hamburg geboren, haben die deutsche und die griechische Staatsbürgerschaft. Wem drücken Sie am 12. Mai die Daumen?

Hauptsächlich bin ich für Deutschland, weil ich hier lebe. Ich schiele aber mit einem Auge auch immer auf Griechenland. Als Elena Paparizou 2005 in Kiew gewann, hat mich das sehr gefreut. Ich habe den Vorteil: Wenn ich merke, dass für das eine Land nichts läuft, kann ich beide Daumen für das andere drücken.

Der ESC ist ein Liedwettbewerb der europäischen Länder. Trägt er zur Völkerverständigung in Europa bei?

Ich finde den ESC wichtig. Schauen Sie sich doch die politische Stimmung innerhalb von Europa an. Wir sollten eigentlich eine Gemeinschaft sein, aber am Ende macht zurzeit jeder, was er möchte. Wir ziehen gefühlt nicht an einem Strang. Beim ESC dagegen funktioniert es, dass so viele Nationen gleichzeitig auftreten und alles entspannt ist. Ich bin froh, dass wir auch diese Momente haben, weil wir uns alle sonst so sehr auf das Negative in Europa konzentrieren.

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Erstellt:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 06:00 Uhr

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