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Prozess

Sexuelle Übergriffe auf Patientinnen

Früherer Facharzt legt vor dem Konstanzer Landgericht ein Geständnis ab.

01.02.2018

Von EVA MARIA VAASSEN

Konstanz. Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 39-jähriger Facharzt sieben Fälle des sexuellen Missbrauchs von Patientinnen eingeräumt. Bis Ende 2015 war er Oberarzt in einer neurologischen Fachklinik im Raum Konstanz. 2016 war er vom Amtsgericht Konstanz wegen sexueller Übergriffe auf Patientinnen zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Als Auflage sollte er 17?500 Euro an die drei betroffenen Frauen bezahlen. Das Urteil ist wegen Berufung bis jetzt nicht rechtskräftig geworden. Durch Presseberichte aufmerksam geworden, meldeten sich weitere Opfer, so dass es zu einer zweiten Anklage kam. Beide Verfahren wurden verbunden.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Mediziner zum Teil stundenlange Ultraschall-Untersuchungen an den Frauen vorgenommen, die medizinisch nicht notwendig waren. Um sich sexuell zu erregen, habe er den Intimbereich der Patientinnen berührt. Als eine Patientin im April 2014 ihren stationären Aufenthalt nach einer „merkwürdigen“ Untersuchung sofort abbrach, bestritt der Neurologe deren Vorwürfe. Er konnte unbeaufsichtigt weiter machen, bis ihn ein Jahr später eine andere Frau anzeigte.

Ohne Öffentlichkeit

Vor dem Amtsgericht Konstanz hatte der Mann mit dem Doktortitel alle Vorwürfe bestritten. Seine Untersuchungen seien korrekt abgelaufen, gelegentliche Berührungen, wenn überhaupt, versehentlich geschehen. Nach der Beweisaufnahme hielt man am Amtsgericht seine Schuld für erwiesen. Gestern vor dem Landgericht fand der Prozess größtenteils ohne Öffentlichkeit statt. Die Aussagen der Zeuginnen und auch die Einlassung des Angeklagten zu den Tatvorwürfen blieben für Publikum und Pressevertreter tabu. Das Gericht gab nur bekannt, dass ein umfassendes Geständnis abgelegt worden sei. Der 39-Jährige hat keine ärztliche Zulassung mehr. Eine solche strebe er auch nicht mehr an, versicherte er gestern. Das Urteil soll in drei Wochen verkündet werden. Eva Maria Vaassen

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Erstellt:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2018, 06:00 Uhr

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