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Karlsruhe

Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Therapieangebote fehlen

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (Bios) fordert entschieden eine bessere Betreuung von Menschen, die befürchten, sich an Kindern zu vergreifen oder gegen eine pädophile Veranlagung ankämpfen.

13.02.2018
  • dpa/lsw

Karlsruhe. «Wir brauchen eine bundesweite Versorgung und zwar flächendeckend», sagte der Bios-Vorsitzende Klaus Michael Böhm am Dienstag in Karlsruhe.

Neben dem Bios-Projekt «Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen» gebe es in Deutschland keine Initiative, die sich an diese sogenannten Tatgeneigten richte. Ähnlich wie Bios arbeitet nur das Präventionsnetzwerk «Kein Täter werden» von der Berliner Charité. Dieses ist für pädophile Männer gedacht. Bei den Menschen, die sich in ihren Phantasien regelmäßig Gewalt oder sexuelle Übergriffe an Kindern vorstellen, treffe diese Diagnose aber nur auf etwa 20 Prozent zu, sagte Böhm. Das therapeutische Angebot von Bios richte sich an alle, die potenziell gegenüber Kindern übergriffig werden könnten.

Im Rahmen des «Tatgeneigten»-Projektes von Bios seien im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg rund 60 Personen, ausschließlich Männer, neu zur Therapie angenommen worden. Auf der Warteliste stünden zehn bis 20 Hilfesuchende, die Nachfrage wachse stetig. «Unser Wunsch ist, in jedem Bundesland solche Anlaufstellen zu schaffen», sagte Böhm. Studien zeigten die enorme Bedeutung von Angeboten, die helfen, sexuelle Gewalt an Kindern zu verhindern.

Bei Bios kümmern sich etwa zehn festangestellte Psychotherapeuten an den Standorten Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Offenburg und Freiburg um Betroffene. Darunter seien Menschen, «die Angst haben, etwas zu tun», «die schon etwas getan haben, gegen die aber noch nicht ermittelt wird» und «gegen die schon ein Verfahren läuft». Das Projekt finanziert sich unter anderem über Zuschüsse aus dem Sozialministerium sowie Spenden und Zuweisungen aus Bußgeldern.

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13.02.2018, 15:11 Uhr | geändert: 13.02.2018, 15:00 Uhr
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