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Südwestumschau

Seltenes Jubiläum zum Josefstag Gebhard Luiz ist seit 75 Jahren Priester

Gebhard Luiz wurde 1937 zum Priester geweiht. 35 Jahre lang war er Gefängnispfarrer und eineinhalb Jahre - als NS-Gegner - selbst Gefängnisinsasse.

17.03.2012
  • RAIMUND WEIBLE

Schwäbisch Gmünd Kann der Mann erzählen! 98 Jahre ist Gebhard Luiz alt, aber sein Gedächtnis ist exzellent und sein Redefluss ungebrochen. Unheimlich rüstig, dieser Priester. Und beweglich. Und so wird er sich am Wochenende auf den Weg machen zum Schönstatt-Zentrum auf der Liebfrauenhöhe in Ergenzingen. Dort will ihn Bischof Gebhard Fürst ehren. Luiz feiert ein seltenes Jubiläum. Vor 75 Jahren ist Luiz zum Priester geweiht worden, er begeht somit am Josefstag sein Kronjuwelen-Jubiläum - übrigens zusammen mit dem gleichaltrigen Karl Braun, dem früheren Stadtpfarrer von Ravensburg.

Luiz, der in Ulm-Söflingen als Sohn eines Lehrers zur Welt kam, hat sich in schwieriger Zeit als mutiger Mensch erwiesen. Leiten ließ er sich von den priesterlichen NS-Gegnern Franz Borgias Weiß und Rupert Mayer und auch dem "Bekenner-Bischof" Joannes Baptista Sproll, den die Faschisten aus seinem Amtssitz in Rottenburg verbannten. Luiz selbst beförderte der Stuttgarter NS-Sonderrichter Hermann Cuhorst für eineinhalb Jahren ins Gefängnis. Luiz hatte, was in der Hitler-Zeit verboten war, ausländische Radiosender gehört. Wer ihn damals verraten hat, weiß er bis heute nicht. Die Gefängniszeit verbrachte Luiz auf dem Hohenasperg. Später erfuhr er, dass er ursprünglich die Strafe im Moorlager Lingen-Papenburg verbüßen sollte. "Das hätte ich nicht überlebt", sagt Luiz.

1941 kam Luiz in Freiheit und besuchte Sproll in seinem Verbannungsort im bayerisch-schwäbischen Krumbad. Dort diktierte ihm der Bischof einen Hirtenbrief für seine Diözese. Der listige Sproll gab ihm auch zwei Ratschläge: "Erstens, grundsätzlich niemals mehr Auslandssender hören, zweitens, immer nur allein."

1954 wurde Luiz Seelsorger im Frauengefängnis Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd. So kam er wieder hinter Gitter, allerdings freiwillig und zum Vorteil für die Gefangenen. Nach seinen Erfahrungen vom Hohenasperg konnte er sich gut in die Situation der Frauen hineinversetzen. Nach seiner Zeit in Gotteszell amtierte Luiz zehn Jahre in Schwäbisch Gmünd als Dekan.

Erst mit 93 trat er in den Ruhestand. Den verbringt er im Altenheim St. Anna. Von dort aus beobachtet er aufmerksam das Zeitgeschehen. Angst vor dem Tod? Schon. Aber nicht zuviel. Der selige Pater Mayer werde ihm im Himmel gewiss die Hand schütteln.

Seltenes Jubiläum zum Josefstag Gebhard Luiz ist seit 75 Jahren Priester
Priester-Jubilar Gebhard Luiz: Erst mit 93 Jahren in den Ruhestand.

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17.03.2012, 12:00 Uhr
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