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Selbstmordattentäter reißt 51 Hochzeitsgäste in den Tod – Täter soll 12 Jahre alt gewesen sein
Eine Frau trauert um die Opfer des Selbstmordanschlages in Gaziantep. Foto: dpa
Die Türkei im Dauerfeuer des Terrors

Selbstmordattentäter reißt 51 Hochzeitsgäste in den Tod – Täter soll 12 Jahre alt gewesen sein

Bei einem Selbstmordanschlag auf einer kurdischen Hochzeitsfeier in der Türkei sind am Samstag 51 Menschen gestorben. Der IS soll hinter der Tat stecken.

22.08.2016
  • GERD HÖHLER

Ankara. Die Türkei kommt nicht zur Ruhe. Nach der Welle von Anschlägen kurdischer PKK-Terroristen, bei denen in der vergangenen Woche innerhalb von 24 Stunden 14 Menschen starben, schlägt nun die Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) wieder zu. Ein Selbstmordattentäter riss am Samstagabend in der südostanatolischen Stadt Gaziantep mindestens 51 Menschen in den Tod, fast 70 wurden verletzt. Der Anschlag galt einer Hochzeitsfeier im überwiegend kurdisch besiedelten Stadtviertel Beybahce.

Der Selbstmordattentäter – nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ein Kind von zwölf bis 14 Jahren – mischte sich offenbar unter die auf offener Straße feiernde Hochzeitsgesellschaft und zündete eine Bombe. An der Hochzeit nahmen nach Augenzeugenberichten 300 bis 500 Gäste teil. Unter den Opfern sollen mehrere Kinder sein.

Der IS kontrolliert weite Gebiete jenseits der syrischen Grenze, die nur etwa 35 Kilometer von Gaziantep entfernt ist. Erdogan erklärte, es gebe keinen Unterschied zwischen der PKK, die im vergangenen Monat 70 Angehörige der Sicherheitskräfte ermordet hätte, der „Gülen-Terrororganisation“, die den Putschversuch vom 15. Juli inszeniert habe, und dem IS. „Unser Land und unsere Nation haben nur eine einzige Botschaft an jene, die uns angreifen: Ihr werdet keinen Erfolg haben!“, sagte Erdogan. Auch Ministerpräsident Binali Yildirim unterstrich, die türkische Gesellschaft werde „mit ihrem Zusammenhalt all diese teuflischen Attacken überstehen“.

Der IS hat in der Türkei schon wiederholt Anschläge auf kurdische Versammlungen verübt, so im Juli 2015 auf ein kurdisches Kulturfestival im südostanatolischen Suruc. Bei dem Attentat starben 34 Menschen. Auch unter den 102 Todesopfern des IS-Selbstmordanschlags auf eine Friedenskundgebung vor dem Bahnhof von Ankara im Oktober waren mehrheitlich Kurden.

Anti-Terror-Experten interpretieren die Anschläge als Racheakte für militärische Erfolge im Kampf gegen den IS in Syrien. Die Kurdenmiliz YPG, der syrische Ableger der PKK, hat dem IS immer wieder schmerzhafte Niederlagen zugefügt – so bei der Befreiung der Kurdenstadt Kobane im Januar 2015 oder jetzt mit der Rückeroberung der Stadt Manbidsch. Für die USA sind die Kurdenmilizen wichtige Verbündete im Kampf gegen den IS, die Türkei hingegen sieht in der syrischen Kurdenmiliz eine Terrorgruppe und stellt sie mit dem IS auf eine Stufe.

Der Tatort Gaziantep wurde wohl nicht zufällig gewählt. Fast ein Fünftel der zwei Millionen Einwohner der gleichnamigen Grenzprovinz sind syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Die Provinzhauptstadt gilt als eine Hochburg des IS. Die Selbstmordanschläge von Suruc und Ankara wurden nach Erkenntnissen der türkischen Terror-Fahnder von einer IS-Zelle in Gaziantep geplant. Auch die Spuren der Hintermänner eines Anschlags, bei dem am 19. März dieses Jahres auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal Caddesi vier Menschen getötet wurden, führen nach Gaziantep. Und: In Gaziantep wurde im Juli 2015 der IS- Terrorist Ibrahim el-Bakraoui festgenommen und nach Europa abgeschoben – einer der Attentäter, die sich am 22. März 2016 am Brüsseler Flughafen in die Luft sprengten.

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22.08.2016, 06:00 Uhr
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