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Nahe dran am Menschen

Seit zwei Wochen im Amt: Jörg Schmidt ist neuer Chef des Regierungspräsidiums Tübingen

Jörg Schmidt, der frühere Direktor des Kultusministeriums in Stuttgart, hat sein neues Amt als Regierungspräsident in Tübingen angetreten. Zum ersten Mal hat damit ein SPD-Mann den Posten übernommen.

29.10.2015
  • MADELEINE WEGNER

Tübingen Vom herzlichen Empfang am neuen Arbeitsplatz zeigte er sich begeistert, für die aktuellen Probleme fand er deutliche Worte, zu möglichen inhaltlichen Schwerpunkten wollte er sich noch nicht äußern: Wenn Tübingens neuer Regierungspräsident Jörg Schmidt spricht, wirkt das bedacht, souverän und strahlt große Ruhe aus.

"Ich bin am Lernen", sagt der 55-Jährige über seinen Auftakt am Regierungspräsidium. Gemeinsam mit Vizepräsidentin Grit Puchan - die während der Erkrankung des früheren Regierungspräsidenten Hermann Strampfer die Amtsgeschäfte lenkte - verbrachte Schmidt lediglich acht Tage. Puchan ist zum Landtag nach Stuttgart gewechselt. Ihren Platz in Tübingen wird Christian Schneider übernehmen, der bislang Vizeregierungspräsident in Stuttgart war.

Als Regierungspräsident befasst Schmidt sich zur Zeit natürlich vor allem mit einem Thema: dem Zuzug und der Unterbringung der vielen Flüchtlinge. "Wir haben hier vor Ort unsere Aufgaben zu erfüllen - das kriegen wir auch hin", sagt der SPD-Mann. Dafür bleibe manch anderes im Präsidium liegen - "Akten kann man zur Not warten lassen, Menschen nicht", sagt Schmidt - dennoch wolle er dafür sorgen, dass durch die Priorisierung so wenig Schaden wie möglich entstehe.

Die Erstunterbringung, für die das Regierungspräsidium mitverantwortlich ist, sei zu bewältigen. Die wirklichen Schwierigkeiten, sagt Schmidt, würden erst im Anschluss folgen, wenn es um Wohnung, Bildung und Arbeitsplätze für die Menschen gehe. Mit Blick auf die Äußerungen von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sagte er: "Asylrecht kennt keine Obergrenze. Und das finde ich auch gut so." Doch er erwarte Fairness von anderen europäischen Partnern: "Was mir Sorge macht, ist die mangelnde Solidarität in Europa."

Schmidt ist seit 1983 Sozialdemokrat. "Ich bin ein politisch denkender Mann, aber ich bin Verwaltungsmensch", sagt er. Bis 2000 war er beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Regierungspräsidium Leipzig, beim Landratsamt Karlsruhe, im Sozialministerium Baden-Württemberg und beim Regierungspräsidium Stuttgart. Oberbürgermeister der Stadt Radolfzell am Bodensee war Schmidt von 2000 bis 2013. Gut zwei Jahre war er zuletzt Ministerialdirektor im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Als Amtschef leitete er die Verwaltung. Doch Schmidt bringt nicht nur viel Erfahrung mit. Auch seine Besoldungsstufe als Ministerialdirektor (B9), die deutlich über dem des Regierungspräsidenten liegt, nimmt er mit ins neue Amt. Das sei für ihn jedoch nicht entscheidend gewesen, sagt Schmidt. Außerdem: "Man hat mich nie gefragt, ob ich's für weniger machen würde."

Das Spannende an Regierungspräsidien sei, dass sie die "Bodenhaftung" hätten, so Schmidt. Beim Ministerium hingegen habe er sich zu weit weg vom Menschen gefühlt. Regierungspräsidien versteht er als regionale Managementbehörden, die - ebenso wie die Landratsämter - immer die beteiligten Menschen einbeziehen müssten. Außerdem bündelten sie unterschiedliche Ansprechpartner und Themen wie Naturschutz, Straßenbau und Landwirtschaft. Der ländliche Raum sei für jeden Regierungspräsidenten ein Thema, Schmidt beschreibt sich selbst darüber hinaus als "festzelttauglich" - bewiesen in der Fasnet in Radolfzell, sagt er lachend.

Die Landtagswahl und ein damit verbundener möglicher Regierungswechsel haben ihn nicht abgeschreckt. Durch den beruflichen Wechsel habe er lediglich "eine Unsicherheit mit der anderen vertauscht", sagt Schmidt. Zusammen mit seiner Frau wohnt er bislang in Filderstadt. Den Umzug nach Tübingen will das Paar dennoch nicht überstürzen - und die Ergebnisse der Landtagswahl im Frühjahr abwarten.

Seit zwei Wochen im Amt: Jörg Schmidt ist neuer Chef des Regierungspräsidiums Tübingen
Fleißig am Lernen: Tübingens Regierungspräsident Jörg Schmidt ist seit zwei Wochen im Amt. Foto: dpa

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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