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Studie: Medien dominieren die Freizeit

Sehnsucht nach dem Nichtstun

Multitasking und Ich-Inszenierung schreiben viele Bundesbürger auch in ihrer Freizeit groß. Doch ein neuer Trend deutet sich an: einfach mal faulenzen.

26.08.2016
  • DPA

Berlin. Immer schneller, und möglichst vieles gleichzeitig: Was für die Arbeitswelt gilt, macht vor der Freizeit nicht halt. Wer mit Freunden ausgeht, verfolgt oft auch Nachrichten auf dem Mobiltelefon, macht Fotos, verschickt Kurznachrichten. In der repräsentativen Umfrage „Freizeit-Monitor“, den die Stiftung für Zukunftsforschung am Donnerstag in Berlin vorstellte, ist aber auch ein zaghafter Gegentrend zu spüren: Die Hälfte der Befragten möchte auch mal nichts tun – das, wofür Freizeit vor dem Einzug neuer Medien und Multitasking mal stand.

„Die Freizeit ist stressiger geworden. Wir sehnen uns nach Ruhe“, bilanziert Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. „Es gibt kaum noch eine Freizeitaktivität, die länger als zwei Stunden dauert. Dann muss ein neuer Reiz her.“ Früher stand Freizeit dafür, sich von und für die Arbeit zu regenerieren, weniger für Konsum. Heute seien viele Menschen auch hierbei Getriebene, oft aus Angst, etwas zu verpassen. „Wir hängen an den ganzen Medien dran, sind ständig erreichbar und beschleunigen uns selbst. Doch wir merken langsam, dass uns das nicht gut tut und wir Regeneration brauchen“, sagt auch Rainer Hartmann, Freizeitforscher an der Hochschule Bremen. Dieses Bedürfnis werde weiter wachsen. „Wir können das hohe Tempo nicht halten. Viel schneller geht nicht mehr.“

Aufmerksamkeitsdefizite und Burnout schon bei Jüngeren hätten auch damit zu tun, dass sich viele kaum noch auf eine Sache konzentrierten. Freizeitaktivitäten sagten heute „sehr viel darüber aus, wer wir sind und was wir darstellen wollen“, betont Reinhardt. Viele suchten sich bewusst „angesagte“ Beschäftigungen, über die sich reden und posten lasse. „Wirkliche Erholung tritt dabei in den Hintergrund.“ Heute mute es skurril an, dass in den 1960er Jahren „aus dem Fenster schauen“ bei Freizeitbeschäftigungen ganz vorn rangierte. „Heute treffen wir 20?000 Entscheidungen pro Tag.“

„Angesagt“ ist der Umfrage zufolge neben Mediennutzung auch Sport. Doch gab es in den 60er Jahren 30 Sportarten, seien es jetzt 400, sagt der Wissenschaftler. „Viele wollen ausprobieren, was gehypt wird.“

„Out“ ist dagegen, was einen langen Atem braucht – ein Instrument lernen, malen, dichten, Handarbeiten, aber auch Oper und Ballett. Unter den deutlichen Verlierern bei der Freizeitgestaltung sind „echte“ soziale Kontakte mit Verwandten und Freunden. Dabei ist das Bedürfnis, über wichtige Dinge zu reden, ungebrochen – und schafft es mit 70 Prozent in die Top Ten der liebsten Freizeitbeschäftigungen.

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26.08.2016, 06:00 Uhr
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