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Die Unvergleichliche

Seele des Chansons: Juliette Gréco in Stuttgart

Sie ist weit mehr als die Grande Dame des französischen Chansons: Juliette Gréco, 88 Jahre, verzauberte ihre Fans im Stuttgarter Theaterhaus.

05.10.2015
  • UDO EBERL

Stuttgart Juliette Gréco, 88 Jahre jung, ist auf der Bühne nicht weniger als ein Ereignis. Im ausverkauften Theaterhaus füllte sie die Bühne auf ihrer Abschiedstournee wie all die Jahre mit ihrem Strahlen, ihrer mimischen Kraft, ihrem Humor und noch immer mit einer Stimme, die Chansons von Jacques Brel oder Léo Ferré unvergleichlich interpretieren kann.

Ja, man konnte ihr nach knapp 75 intensiven Minuten wahrlich zu Füßen liegen. Begleitet von ihrem Ehemann, dem Pianisten Gérard Jouannest, und Jean-Louis Matinier am Akkordeon begab sich die zerbrechliche Frau mit der überlebensgroßen Biografie ins Epizentrum des französischen Liedkunst.

Von Sartre entdeckt, von Vian inspiriert, mit Miles Davis liiert, mit Michel Piccoli verheiratet, Mentorin von Jacques Brel oder Serge Gainsbourg, deren Lieder sie noch heute singt, Kommunistin, demütiger Antistar und doch Ikone: Das ist Juliette Gréco, und all das steckt auch in ihren Interpretationen großer Chansons. Wie immer durfte man sie in einem schwarzen Kleid erleben. Schwarz, denn die Besucher ihre Konzerte sollen sich ganz in die Texte fallen lassen, die sie singt und mit ihren Händen gestisch zu übersetzen scheint.

Noch immer hat sie das Augenzwinkern, das warme Lächeln, kann ihr Publikum umarmen und auch in flotter Petitesse brillieren. Aber sie kann auch die ewige Einsamkeit und die Tragödie füllen. Vielleicht näher am Sprechgesang noch ein wenig stärker. "J'arrive" ist eines dieser intensiven Lieder-Dramen. Und "Avec le temps" wird zum großen Moment. Sie erntet Bravo-Rufe, die immer häufiger zwischen den Stücken zu hören sind. Sie geben der Sängerin die Kraft, die sie zudem aus dem Lichtstrahl des Scheinwerferspots zu ziehen scheint und in den Momenten des Durchatmens im Bühnenschwarz findet.

Erst gegen Ende des Konzerts sucht sie bisweilen Hilfe bei den Textbändern, die am Bühnenrand vor ihr vorbeiziehen, doch egal was passiert, sie will in erster Linie sich selbst überraschen, die Texte immer wieder neu entdecken und sich von den Melodien tragen lassen. Sartre habe ihr einst Flügel geschenkt und sie sei damit losgeflogen, sagte sie jüngst im Interview mit der "Zeit". Ja, sie fliegt noch immer und ganz hoch mit "Ne me quitte pas".

Seele des Chansons: Juliette Gréco in Stuttgart
Ergreifend: Juliette Gréco im Stuttgarter Theaterhaus. Foto: Udo Eberl

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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