Sicherheit

Seehofer fordert harte Strafen für Stuttgarter Randalierer

In der Zerstörung vom Wochenende sieht Ministerpräsident Kretschmann Landfriedensbruch. Stadt und Polizei wollen die City gemeinsam sicherer machen.

23.06.2020

Von DPA

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, rechts) und sein baden-württembergischer Amtskollege Thomas Strobl (CDU) betrachten ein Polizeiauto, das am Wochenende beschädigt wurde. Foto: Marijan Murat/dpa

Nach der Stuttgarter Chaos-Nacht mit Plünderungen und Randale von mehreren hundert Menschen verlangt Bundesinnenminister Horst Seehofer harte Strafen für die Täter. „Ich erwarte, dass die Justiz den Tätern, die gestellt werden konnten oder noch können, auch eine harte Strafe ausspricht“, sagte der CSU-Politiker in Stuttgart. „Da geht es auch um die Glaubwürdigkeit unseres Rechtsstaates.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warf den Randalierern bei einem Besuch von Politikern am Ort der Auseinandersetzungen Landfriedensbruch vor und sprach von einer „Gewaltorgie“.

Die bisherige Bilanz der Ausschreitungen: 22 verletzte Polizisten, 40 beschädigte oder geplünderte Läden, 12 demolierte Polizeifahrzeuge. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag. 25 tatverdächtige junge Männer wurden vorläufig festgenommen,

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurden sieben Haftbefehle beantragt, vor allem wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Am Vorabend war bereits ein weiterer Haftbefehl erlassen und einer gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Ein 16-Jähriger muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten, weil er nach Angaben der Staatsanwaltschaft einem am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben soll.

Beim Polizeipräsidium Stuttgart ermittelt eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe, das Landeskriminalamt unterstützt sie. Von dem Geschehen kursieren im Netz etliche Videos. Bei einem Online-Hinweisgeberportal der Polizei gingen zudem viele weitere Dateien ein, die nun gesichtet werden. Nach Informationen dieser Zeitung nutzt die Polizei auch eine Software zur Gesichtserkennung, um Verdächtige zu finden.

Stadt und Polizei kündigten Überlegungen für ein neues Sicherheitskonzept für die Landeshauptstadt an.

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Erstellt:
23. Juni 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Juni 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2020, 06:00 Uhr

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