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Bibliothek kämpft mit Mängeln

Sechs Monate nach Start noch Unstimmigkeiten

Viele der "Kinderkrankheiten" von Stuttgarts neuer Stadtbibliothek sind rund sechs Monate nach der Öffnung behoben. An der ein oder anderen Stelle muss aber noch nachgebessert werden.

15.05.2012

Von JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Probleme machte zur Eröffnung am 24. Oktober unter anderem das Wasserspiel im Erdgeschoss des Gebäudes, das bei vielen Besuchern ungewollt für nasse Füße sorgte. Lange wurde überlegt, wie das in den Boden eingelassene Kunstwerk so umgebaut werden könnte, dass ein unachtsames Betreten der Wasserfläche verhindert wird. Vor kurzem wurde der Umbau endlich abgeschlossen. "Das Wasserspiel leuchtet nun blau und sprudelt schön vor sich hin", sagt Bibliotheks-Direktorin Ingrid Bussmann. "Dadurch ist es jetzt besser zu erkennen." So ganz scheinen die Verantwortlichen der Neugestaltung aber noch nicht zu vertrauen. Man werde das Wasserspiel vorerst nur für wenige Stunden am Tag anschalten, so Bussmann, "um erstmal zu beobachten, ob noch jemand reintritt oder nicht."

Abwägen muss Bussmann zudem noch, wie in Zukunft mit den vier Recherche-Computern im Erdgeschoss umgegangen wird. Hier hatte es Kritik gegeben, weil Kinder und Jugendliche - im Gegensatz zur anmeldepflichtigen Nutzung des WLan- Netzes - für unbegrenzte Zeit im Internet surfen können. "Das ist tatsächlich eine schwierige Situation", weiß Bussmann. Angedacht ist, auch hier künftig eine Anmeldepflicht über den Bibliotheks-Ausweis einzuführen und für gelegentliche Bibliotheksbesucher einen separaten Tagesausweis auszustellen. Unabhängig davon sei man weiterhin bemüht, an allen Internetzugängen im Haus mittels einer speziellen Schutzsoftware jugendgefährdende Inhalte herauszufiltern. Noch nicht beendet ist dagegen der von vielen Seiten dringend geforderte Einbau des dritten Personenaufzugs, dessen Finanzierung der Gemeinderat bereits Ende November abgesegnet hatte. "Am Aufzug wird zur Zeit noch gearbeitet und die Bauabnahme muss dann auch noch erfolgen", erklärt Bussmann. Wann genau alles fertig sei, könne sie im Moment noch nicht sagen. Man könne sich aber vorstellen, den Tag der Inbetriebnahme mit einer kleinen Feierlichkeit zu verbinden. Bis dahin soll dann möglichst auch die Steuerung der Klimaanlage funktionieren, die derzeit immer noch ihre Tücken hat. "Es ist zeitweise noch zu kalt oder zu warm bei uns."

Nichtsdestotrotz, "vieles, was am Anfang noch nicht ganz funktioniert hat, klappt jetzt gut", zieht Bussmann ein positives Fazit der ersten sechs Monate im Neubau. Im Hinblick auf die Besucherzahlen habe man sich auf das Normalniveau von 300 bis 400 Besuchern in der Stunde eingependelt, zudem gebe es immer noch eine "unglaubliche Nachfrage" nach Führungen durch das Gebäude. Seit der Eröffnung hätten rund 30 000 Erwachsene an den Rundgängen teilgenommen. Eine internationale Architekturzeitschrift habe den Stuttgarter Büchertempel in diesem Jahr zudem in eine Liste der schönsten Bibliotheken der Welt aufgenommen, freut sich Bussmann.

Als nächste Neuerung soll in einigen Wochen endlich auch die "Bibliothek für Schlaflose" - eine vollautomatische Medienausleihe im Nachtbetrieb - zur Verfügung stehen. Die Ausleihfächer seien bereist montiert, derzeit sei man noch dabei, das inhaltliche Konzept auszuarbeiten.

Mit 300 bis 400 Besuchern pro Stunde hat sich der Andrang in der Stadtbibliothek am Mailänder Platz auf Normalniveau eingependelt. Hinderlich ist dabei aber, dass der dringend benötigte dritte Personenaufzug immer noch nicht fertiggestellt ist. Foto: Jan-Philipp Schüt

Das Wasserspiel im Erdgeschoss wurde zur besseren Wahrnehmung mittlerweile farblich umgestaltet. Foto: Jan-Philipp Schütze

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Erstellt:
15. Mai 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2012, 12:00 Uhr

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