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Sebastian Kurz auf dem Weg zur Kanzlerschaft
Sein Sieg war erwartet worden: ÖVP-Chef Sebastian Kurz am Sonntagabend. Foto: afp
Österreich

Sebastian Kurz auf dem Weg zur Kanzlerschaft

Nach vielen Jahren sind die Konservativen wieder stärkste Kraft in der Alpenrepublik. Der junge ÖVP-Chef hat von den Rechtspopulisten mit Erfolg das „Ausländerthema“ gekapert.

16.10.2017
  • Adelheid Wölfl/DPA/AFP

Wien. Im Kursalon Hübner im Wiener Stadtpark jubeln die Anhänger der ÖVP, als am Sonntagabend die ersten Hochrechnungen veröffentlicht werden. Die Konservativen liegen demnach mit rund 30 Prozent deutlich auf Platz eins und gelten damit als Königsmacher. Aber auch als das Ergebnis der Freiheitlichen veröffentlicht wird, jubeln die ÖVP-Anhänger – ein Signal, dass sie für eine Koalition mit den Rechtspopulisten zu haben sind. Die FPÖ kommt auf gut 25 Prozent.

Die SPÖ, die viele Jahrzehnte stärkste Kraft in Österreich war und seit 2006 wieder den Kanzler stellte, liegt zwar leicht darüber und erreicht Platz zwei. Verlierer ist sie trotzdem. Zwei der drei kleinen Parteien –Neos und Liste Pilz – dürften ebenfalls in den Nationalrat einziehen. Die Grünen verloren indes drastisch. Fast 890 000 Briefwahlstimmen werden aber erst ab Montag ausgezählt. Insofern könnte sich noch einiges ändern. Insgesamt waren 6,4 Millionen Österreicher und Österreicherinnen berechtigt, zur Wahl zu gehen.

Es ist anzunehmen, dass der nächste Kanzler Sebastian Kurz heißen wird. Dem 31-jährigen OVP-Chef ist es gelungen, sich als Kraft der Erneuerung zu positionieren. Der Wahlkampf war – ähnlich wie bei Emmanuel Macron in Frankreich – ganz auf ihn zugeschnitten. Kurz hat es zudem geschafft das „Ausländerthema“ von der FPÖ zu kapern. Ein sehr großer Teil des ÖVP-Wahlprogramms ist damit verbunden.

Die 71-jährige Lydia M., die im Schatten eines Karussells im Wiener Prater steht und eine Zigarette schmaucht, hat schon öfters ÖVP gewählt, dann wieder Grün. Am Sonntag wählte sie „Sebastian Kurz“, also die ÖVP, die diesmal unter der Farbe Türkis angetreten ist, aber bei der Bevölkerung noch immer „die Schwarzen“ heißen. Die frühere Schreibkraft, deren Pension nun kaum mehr für den Lebenserhalt reicht, hat den Konservativen ihre Stimme gegeben, weil sie „nicht will, dass ständig mehr Leute in unser Land kommen. Wir sind längst übervoll.“ Gleichzeitig hat sie aber Angst vor den Ultra-Rechten wie der FPÖ und vor autoritären Regimen. „Ich fürchte das wird immer mehr!“

Auch wenn Sebastian Kurz eine Koalitionsaussage vermieden hat, halten viele Beobachter eine Rechtskoalition von ÖVP und FPÖ für das wahrscheinlichste Ergebnis. Kurz will ähnlich wie die FPÖ die Migration stark beschränken und auch den Einfluss der EU zurückdrängen, er argumentiert aber auf eine höflichere Art als die Freiheitlichen.

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16.10.2017, 06:00 Uhr
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