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Mit Modulen in die Zukunft

Schwörerhaus auf der Alb setzt auf „Flying Spaces“ und das vernetzte Heim

Die neueste Idee des Fertighausherstellers Schwörer kommt auf dem Lastwagen und ist in kürzester Zeit bezugsfertig: „Flying Spaces“ heißen die Module, denen Geschäftsführer Johannes Schwörer ebenso wie dem vernetzten Haus eine große Zukunft voraussagt.

03.05.2014

Von Thomas de Marco

Oberstetten. Früher, sagt Johannes Schwörer, sei die Arbeit des Fertighausherstellers bedeutend einfacher gewesen: „Wir hatten drei Pläne in den Schubladen. Heute müssen wir jedes Haus individuell gestalten?, erklärt Johannes Schwörer, der geschäftsführende Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Und die Spezialisierung geht immer weiter. Die aktuellen Zauberworte im Werk in Hohenstein-Oberstetten heißen „Flying Space? und „Smart Home?.

Mit „Flying Space?, fliegendem Raum, bezeichnet Schwörer Module, die per Lastwagen angeliefert werden und als Wohnraum, Büro oder für Freizeitaktivitäten an das bestehende Haus angebaut oder auch aufgesetzt werden können. „Aus drei Raummodulen stellen wir auch Häuser zusammen, die nur noch der Fachmann als eine Kombination dieser Module erkennt?, erklärt Schwörer.

Ein kleines Modul, das auf etwa 20 Quadratmetern ein Schlafzimmer plus Nasszelle beherbergt, kostet um die 50 000 Euro, die teuerste Variante mit rund 60 Quadratmetern kommt voll möbliert auf bis zu 100 000 Euro.

Im dritten Jahr bietet Schwörer diese Module nun an, jedes Jahr habe sich der Absatz verdoppelt, 2013 waren es 50 verkaufte Einheiten, sagt der Geschäftsführer. „Wenn sich das so weiterentwickelt, müssen wir anbauen?, vermutet er. Mit „Flying Space? könnten Familien, die das elterliche Haus übernehmen, ein Modul für die Eltern anbauen. Eine andere Vision von Schwörer: Junge Paare bauen zunächst ein kleineres Haus und setzen für die Kinder Module an. Gehen diese später zum Studieren, nehmen sie ihren „Flying Space? mit an die Uni, wo er in der Nähe des Campus Platz findet.

So weit ist es noch lange nicht, aber der Geschäftsführer ist von den Modulen überzeugt: „In 20 Jahren werden wir damit mehr umsetzen als mit den normalen Häusern.? Derzeit verhandle er mit der Stadt Metzingen wegen Asylunterkünften.

Hat der Mann, der so auf Module setzt, früher eigentlich gerne mit Bauklötzen gespielt? Schwörer antwortet ausweichend: „Ich hatte eigentlich etwas ganz anderes vor. Nach meinem Jurastudium war ich auf dem Weg zur Oberfinanzdirektion in Karlsruhe, als 1995 ein Anruf meines Onkels Hans kam.? Der hatte zur Folge, dass Johannes Schwörer nun die Geschäftsführung leitet.

Pro Jahr verkauft sein Unternehmen 800 bis 1000 Fertighäuser zu Preisen zwischen 170 000 und über einer Million Euro, im Schnitt geben die Kunden 250 000 Euro für ihr neues Domizil made in Hohenstein-Oberstetten aus. Etwa fünf Prozent von ihnen investieren bis zu 20 000 Euro zusätzlich, um ihr Haus zu vernetzen.

Ein solches „Smart Home? steht auf dem Firmengelände. Schwörer nimmt sein Handy, tippt auf das Display und öffnet die Haustür. Drinnen in der Küche demonstriert er das gesamte Potenzial seines Smartphones: Schwörer schaltet die Stereoanlage ein, wählt ein Album aus und lässt die Musik auch gleich im Wohnzimmer nebenan erklingen. Ob Rollladen oder Beleuchtung, Herd oder die Ladestation für das E-Bike ? alles wird vom Handy aus bedient.

Sicher, einen Lichtschalter gibt es im vernetzten Haus schon noch. „Aber den brauchen Sie gar nicht?, sagt Schwörer. Er geht davon aus, dass es irgendwann mal heißen wird: „Erinnerst du dich noch an die Zeit, als es Lichtschalter gab??

Wem das Display des Smartphones zu klein ist, der hat die Option, am größeren I-Pod die Möglichkeiten des vernetzten Hauses zu nutzen. Wer freilich von außerhalb kontrollieren will, ob ein Fenster oder eine Tür offen gelassen wurde, der macht das mit dem Handy. Ganz Besorgte können sich auch die Live-Bilder der um das Haus herum installierten Kameras anschauen, während sie im Urlaub am Strand liegen.

Wer das als Nerd-Neurosen abtut, lässt sich vielleicht vom Energiespar-Potenzial des „Smart Homes? überzeugen. So gibt es Programme, die das Licht ausgehen lassen, sobald das Büro verlassen wird. Oder die Beleuchtung auf die Intensität des Tageslichts abstimmt. „Das Interesse am vernetzten Haus ist da, aber die Preise sind noch das Problem?, sagt Schwörer. Er ist jedoch überzeugt: „Je mehr Hersteller sich darauf konzentrieren, desto billiger wird es.? Dann nimmt er sein Handy, macht die Haustür auf, tippt ein paar Mal auf das Display ? und der Wasserstrahl des Rasensprengers sackt in sich zusammen.

Das Handy als Türöffner macht den Schlüssel überflüssig: Johannes Schwörer betritt ein vernetztes Haus.Bild: de Marco

Das Unternehmen Schwörerhaus in Hohenstein-Oberstetten auf der Alb ist 1950 von Hans Schwörer gegründet worden und beschäftigt mittlerweile etwa 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den acht deutschen Standorten Oberstetten, Sigmaringen, Haigerloch-Stetten, Veringenstadt, Weißenthurm, Simmern, Coswig und Ahrensfelde (Berlin). Pro Jahr werden 800 bis 1000 Häuser hergestellt, 2013 wurden etwa 280 Millionen Euro umgesetzt. Das Unternehmen hat bisher rund 36 000 Häuser in Deutschland und angrenzenden Ländern gebaut und setzt mittlerweile verstärkt auf Energieeinsparungen sowie zukunftsorientierte Haustechnik.

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Erstellt:
3. Mai 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Mai 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Mai 2014, 12:00 Uhr

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