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Bayer

Schwere Schlappe im Monsanto-Prozess

US-Gericht: Glyphosat ist für Krebserkrankung verantwortlich. Der Börsenkurs bricht massiv ein.

21.03.2019

Von dpa

Kanister des Anstoßes: der Unkrautvernichter Roundup. Foto: Josh Edelson/afp

San Francisco/Leverkusen. Bayer hat im Streit um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup in den USA eine weitere Schlappe eingesteckt. Eine Jury des Bundesbezirksgerichts in San Francisco (Bundesstaat Kalifornien) befand, dass der Unkrautvernichter der Bayer-Tochter Monsanto mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman gewesen ist. Die sechs Geschworenen trafen die Entscheidung einstimmig.

An der Börse sorgte dies für ein Beben: Der Aktienkurs des Pharma- und Agrarchemiekonzerns brach am Vormittag um rund 12 Prozent ein. Damit wurden fast 8 Mrd. EUR an Börsenwert vernichtet. Am Markt kocht mit der Niederlage die Sorge vor Milliardenlasten hoch. Analysten warnten vor hohen Risiken.

Für Investoren kam die Entscheidung offenbar unerwartet. Viele hätten offenbar darauf gesetzt, dass die Aufteilung des Prozesses in zwei Phasen Bayers Chancen verbessere, sagte Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan. Wäre die Jury nämlich zum Schluss gekommen, dass Roundup nicht für Hardemans Erkrankung mitverantwortlich ist, hätte es keine zweite Prozessrunde gegeben. Das wäre ein Befreiungsschlag für die Bayer-Tochter Monsanto gewesen.

In der zweiten Phase – mit derselben Jury – geht es nun auch darum, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte. Sollte Monsanto für haftbar befunden werden, könnte dies Bayer viel Geld kosten. Für die Leverkusener dürfte es nun eigentlich nur noch darum gehen, den Schaden zu begrenzen, sagte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research.

Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Bayer sei überzeugt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen. Man sei zuversichtlich, im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen deshalb nicht für Hardemans Erkrankung haftbar gemacht werden sollte.

Für Bayer ist der Fall hochbrisant, da es sich um einen richtungsweisenden „Bellwether Case“ handelt. Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint. Mehrere dieser repräsentativen Fälle sind angesetzt. Sie sollen den Streitparteien helfen, das Ausmaß von Schäden und die Höhe denkbarer Vergleichszahlungen besser abschätzen zu können. Insgesamt sind mehrere hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt.

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Erstellt:
21. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 06:00 Uhr

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