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Fußball

Schweini sagt „Servus“

Bastian Schweinsteiger, der Deutschland beim WM-Finale 2014 in Brasilien zum vierten Titel führte, beendet seine sportliche Laufbahn.

09.10.2019

Von GEROLD KNEHR

2013 klappt's: Schweinsteiger mit dem Champions-League-Pokal. Foto: PATRIK STOLLARZ / AFP

Der 13. Der 13. Juli 2014 war der größte Tag in der sportlichen Karriere des Bastian Schweinsteiger. Er genoss ihn. Trotz aller Schmerzen. Nach dem 1:0-Sieg im WM-Finale nach Verlängerung gegen Argentinien stand „Schweini“, wie er in der Fußball-Szene von allen liebevoll genannt wurde, im Bauch des ehrwürdigen Maracanã-Stadions und gab Interviews. Quasi als Rock hatte er sich ein deutsches Trikot mit den Unterschriften früherer Weltmeister um die Hüfte gewickelt. Es hatte während des Turniers als Glücksbringer in der Kabine gehangen.

Auch Mario Götze, der Schütze 1:0-Siegtreffers, hätte sich diese Trophäe schnappen können. Doch allen im Team war klar: Keiner hat sie sich mehr verdient als Basti. Er hatte viel einstecken müssen, schien mit seinen Kräften am Ende und stand nach einem Schlag von Sergio Agüero, der eine klaffende Wunde unter dem rechten Auge verursachte, kurz vor der Auswechslung.

Die Krönung. Mit einem Cut unter dem Auge feiert Bastian Schweinsteiger 2014 den WM-Titel. Foto: Diego Azubel/dpa

Doch Schweini raffte sich auf, übernahm Verantwortung – und führte die DFB-Auswahl fünf Tage nach dem legendären 7:1 gegen Gastgeber Brasilien zum vierten deutschen WM-Titel. Schweinsteiger wurde zum Symbol des unbeugsamen Deutschen. „Er hat gekämpft bis zum Umfallen. In jeder Aktion spürte man seinen Siegeswillen“, erinnert sich Bundestrainer Joachim Löw.

Gestern zog der 35-Jährige einen Schlussstrich unter seine Laufbahn auf dem Rasen. „Liebe Fans, nun ist die Zeit gekommen: ich werde meine aktive Karriere zum Ende dieser Saison beenden. Ich danke Euch – Ihr habt mir diese für mich so unglaubliche Zeit ermöglicht! Mein Abschied als aktiver Spieler stimmt mich ein bisschen wehmütig. Aber ich freue mich auch auf die spannenden Aufgaben, die mich bald erwarten. Dem Fußball werde ich treu bleiben“, schrieb er in den sozialen Netzwerken.

So fing alles an: 2004 trug Schweini erstmals das Nationaltrikot. Foto: Frank May/dpa

Sein Debüt in der Nationalelf hatte er unmittelbar vor der verkorksten Europameisterschaft 2004 in Portugal gefeiert. Gemeinsam mit seinem Münchner Weggefährten Philipp Lahm nahm die Karriere beim WM-Sommermärchen 2006 Fahrt auf. Lahm galt immer als Streber und Musterschüler, Schweinsteiger sah das alles lässiger. Nach der Rückkehr von einer Länderspielreise mahnte Lahm seinen Kumpel am Münchner Flughafen, er solle sich beim Vereinstrainer des FC Bayern zurückmelden. „Mach du das für mich mit“, lautete die Antwort.

Lahm trat nach dem WM-Titel 2014 zurück, Schweinsteiger zwei Jahre später, nach 121 Länderspielen. Sein letztes Spiel bei einem kontinentalen Turnier war das EM-Halbfinale am 7. Juli 2016 in Marseille, das die DFB-Auswahl mit 1:2 gegen Gastgeber Frankreich verlor.

Mit dem FC Bayern, für den er von 2002 bis 2015 spielte, sammelte Schweinsteiger acht deutsche Meistertitel und gewann 2013 im Wembleystadion durch ein 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund die Champions League. Es war quasi die Revanche für das verlorene „Finale dahoam“, als die Münchner sich ein Jahr zuvor in der Allianz Arena trotz Überlegenheit dem FC Chelsea hatten geschlagen geben müssen.

Tränen nach dem verlorenen Finale dahoam (rechts Philipp Lahm). Foto: Tobias Hase/dpa

2015 wechselte Schweinsteiger zu Manchester United, seit 2017 spielte er für den US-Club Chicago Fire. Dort ließ Schweinsteiger, der auch ein begnadeter Skifahrer ist, er seine Karriere ausklingen. Nun hat er mehr Zeit für seine Ehefrau, die frühere Tennis-Spitzenspielerin Ana Ivanovic, und seine beiden Kinder.

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Erstellt:
9. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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