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Verfolgung

Schwarz-rot-goldene Biathlon-Festspiele

Die unglaubliche Stabilität von Laura Dahlmeier bringt den deutschen Skijägern am dritten Tag das dritte Gold. Benedikt Doll holt bei seiner Olympia-Premiere Bronze.

13.02.2018
  • MANUELA HARANT

Pyeongchang. Schon bei ihrem Olympiasieg im Sprint hatte Dahlmeier von einem „perfekten Rennen“ gesprochen, aber was war dann das? Die 24-Jährige trotzte allen Angriffen ihrer schier unerklärbar schnell laufenden Verfolgerin Anastasia Kuzmina und krönte sich schon in ihrem zweiten Rennen zur Doppel-Olympiasiegerin von Pyeongchang. Dabei konterte sie Kuzminas Angriffe stets mit ihrer unglaublichen Nervenstärke am Schießstand. Beharrlich arbeitete sie bei erneut schwierigsten Windbedingungen mit dem Gewehr, als ob es eine Trainingseinheit wäre und nicht der Verfolger bei den Olympischen Winterspielen. Während die Slowakin Fehler um Fehler schoss, baute Dahlmeier ihren Vorsprung bei den letzten beiden Einlagen aus.

Damit erkämpfte sich die 24-Jährige die große Ehre, ihren zweiten Olympiasieg mit einer riesigen Deutschland-Flagge in der Hand zu feiern. Zeit zum Freuen blieb ihr direkt im Anschluss aber schon wieder nicht, denn sie musste erst einmal die kalten Finger auftauen: „Das waren Schmerzen, die waren schlimmer als in jedem Rennen“, beschrieb Dahlmeier ihren persönlichen Kampf im Gefrierschrank Südkoreas.

Hönig schon wieder sprachlos

Warm ums Herz dürfte ihr dagegen werden, wenn sie die Worte ihres Bundestrainers Gerald Hönig hört: „Ich bin selber sprachlos, dass Laura hier Biathlon in Perfektion zeigt, das habe ich lange nicht in der Art und Weise gesehen“, schwärmte der Coach wie ihr größter Fan. Viel Bewunderung gab's auch von Teamkollegin Denise Herrmann: „Ich hab mir fast gedacht, dass sie heute den Sack zumacht, weil sie einfach so gut drauf ist. Sie lässt der Konkurrenz einfach keine Chance.“ Dabei wäre die erst seit knapp zwei Jahren laufende und schießende Herrmann fast mit auf dem Podest gestanden. Von Position 21 kämpfte sich die ehemalige Langläuferin über starke Schießeinlagen vor. Mit einem Fehler im letzten Schießen vergab sie jedoch die Chance auf Bronze und wurde Sechste.

Laut Trainer Hönig wird der Fokus in den nächsten Tagen auf „Regeneration und aktiver Erholung“ liegen. Denn die Ziele sind jetzt weiter gestiegen: „Wenn man so in Form ist, dann will man natürlich auch mehr“, gestand der Damen-Coach. Und Dahlmeier ist im Einzelrennen am Mittwoch (20.05 Uhr/12.05 MEZ) wieder die große Favoritin. Denn da wiegt ein gutes Schießen noch mehr.

Medaille für den Schwarzwald

Bei den Männern holte sich der vom Sprint offenbar gefrustete Martin Fourcade mit einer überragenden Schieß-Show überlegen den Olympiasieg. Doch nach dem Motto „Einer kommt immer durch“ blitzte bei der Siegerehrung schon wieder ein deutscher Name auf: Etwas überraschend erfüllte sich der Schwarzwälder Benedikt Doll bei seinen ersten Olympischen Winterspielen den Traum von einer Medaille. Obwohl er überraschend den bislang noch gar nicht in Erscheinung getretenen Schweden Sebastian Samuelsson (20) auf den letzten Metern ziehen lassen musste. „Es war sau eng zwischen dem zwölften und zweiten Platz“, beschrieb der strahlende Bronzemedaillengewinner seine Gedanken vor dem letzten Schießen: „Stehend war ich richtig sicher, dann hab ich mir gesagt: Jetzt probier ich's,“ Und er blieb fehlerfrei.

Das gelingt dem Biathleten der Ski-Zunft Breitnau selten. „Deshalb war es für mich extra schön, dass ich es auch mal in einem Jagdrennen geschafft habe“, sagte Doll, der am Vortag wegen eines Schießfehlers im Sprint leer ausgegangen war. Trotz des Überraschungserfolgs wollte der Hinterzartener im Anschluss nicht mehr allzu groß feiern – denn sein Hals krazte: „Ich hoffe, ich werde nicht krank“, sagte der Sprint Weltmeister: „Trotzdem freue ich mich jetzt natürlich erst einemal über meine Medaille.“

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13.02.2018, 06:00 Uhr
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