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Schwalldorfer Narrenzunft feierte ihr 20-Jähriges

1400 Hästräger machten am Samstag Schwalldorf unsicher und feierten mit der dortigen Narrenzunft deren 20-jähriges Bestehen. Unser Fotograf war beim Jubiläumsumzug dabei.

15.02.2009
  • Frank Rumpel / Jürgen Spieß (Fotos)

„Heit isch herb zum kehra“, meinte eine Schwalldorferin, die gleich nach dem Umzug Konfetti und Stroh vom nassen Bürgersteig vor ihrem Haus kehrte. Derweil stieg im Ortskern gerade die Fleggafasnet. Über den Ort verteilt konnten es sich die Närrischen gleich an 12 Versorgungsstationen gut gehen lassen. „So viel müssen es schon sein. Bei so einem Wetter hat man als Veranstalter ja auch die Verantwortung, dass die Leute alle unterkommen“, sagte zweiter Vorstand Ralph Fischer. Man habe sich zudem ganz bewusst gegen ein großes Festzelt entschieden, damit sich die Fasnet auch tatsächlich auf den Flecken verteilt.

1400 Hästräger waren der Einladung nach Schwalldorf gefolgt. Mehr sollten es auch gar nicht werden. „Das ist einfach die Zahl, die der Flecken verträgt und die auch für die Zuschauer noch interessant ist“, sagte Fischer. Unter den närrischen Gästen waren auch die Patenzünfte aus Bühl und Singen. „Wir haben vorwiegend befreundete Zünfte eingeladen und bei der Organisation darauf geachtet, dass viel Lumpenkapellen dabei sind, weil die auch nach dem Umzug im Flecken für Stimmung sorgen“, sagte Fischer.

Auf dem Sprecherwagen – gleich neben dem am Freitag zum doppelten Jubiläum (nämlich dem 25. Geburtstag der Flegga-Hexa und dem zwanzigsten der Narrenzunft) aufgestellten Narrenbaum – standen derweil nicht nur Fischer und der erste Vorstand Rolf Haaga, sondern auch Oberbürgermeister Stephan Neher in seinem bereits auf anderen Umzügen gezeigten Mexikaner-Häs und Ortsvorsteher Klaus Krajewski. Allerdings hielten sich beide während des Umzugs vom Mikro fern.
Der Umzug war abwechslungsreich, kurzweilig und straff organisiert. Die Gruppen blieben eng zusammen. Es gab keine großen Lücken und das Publikum war nicht zuletzt der geschickt über den Zug verteilten Kapellen wegen guter Stimmung. Zwischendurch riss sogar die Wolkendecke auf und ließ ein paar Sonnenstrahlen durch.

Vorneweg ging die Schwalldorfer Lumpenkapelle, die den Umzug im Ort bereits in den Siebziger Jahren noch lange vor Gründung der Zunft etablierte. Ihr folgte die Narrenzunft mit ihrem Weißnarr, dem bäuerlichen Dralle, den eher freundlichen Bären und freilich den Elbenlocher Hexen, die nie ohne ihren Teufel aus dem Haus gehen. Kindergarten und Grundschule schickten ihre Kinder heuer als Zauberer mit spitzem Hut und greller Haarpracht auf die Straße.

Zu sehen waren jede Menge mit Schellen behangenen, häufig auf die jeweilige Ortslegende verweisende Weißnarren, mal mehr, mal weniger freundliche Schrate und Tierfiguren mit aufwändigem Häs und schönen Masken. Der Poltringer Fasnetsclub war komplett mit Bockmostern, Ammerhexen und Mostweible angereist und lief sich schon mal für den Umzug im eigenen Ort tags darauf warm. Aus Rexingen waren die Muggaverbrenner nach Schwalldorf gekommen, eine Figur, die humorvoll den Spottnamen der Rexinger darstellt. Sie geht auf eine Geschichte aus dem Jahr 1891 zurück, als ein Schreiner die Mugga aus dem Viehstall mit brennendem Stroh vertreiben wollte. 17 Häuser brannten seinerzeit nieder.

Die Hexen und Teufel zogen mit ihren rauchenden Kesseln durch den Ort, schnappten sich, ebenso wie die Waldschrate, Wölfe und Bären oder die auf den ersten Blick eher unverdächtig wirkenden Obernauer Esel und Niedernauer Stoagrättle immer wieder vor allem junge Zuschauerinnen, rieben sie mit Stroh und Konfetti ein oder drückten ganz zahm den Kleinsten ein Bonbon in die Hand. Ein eher aus dem klassischen Beuteschema fallender Zuschauer, der sich zum wiederholten Mal von seiner Frau das Konfetti aus dem Kragen klauben ließ, meinte: „Des isch oifach Scheiße, wenn da jeden kenscht.“

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15.02.2009, 12:00 Uhr
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