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Behältnis-Not im Streuobstparadies

Die Schwaben geben keine Kisten her

Das Schwäbische Streuobstparadies wirbt mit Obststeigen aus Hamburg.

08.08.2018

Von bei

Wahrscheinlich fangen Schulklassen an zu kichern, wenn sie den Aufdruck auf den Obstkisten im Infozentrum zum Schwäbischen Streuobstparadies lesen. Sie kamen über Online-Handel aus dem Alten Land bei Hamburg nach Mössingen. Bild: Beißwenger

Das Schwäbische Streuobstparadies scheint weiter zu reichen, als gedacht: mindestens bis ins Alte Land nördlich von Hamburg. Von dort kommen nämlich die Obstkisten zur Möblierung des Infozentrums im Mössinger Pausagelände.

„Johannes Fick, Finkenwerder“ prangt auf den Kisten, die unter anderem als Sitzgelegenheit dienen. Nun umfasst das Streuobstparadies tatsächlich nur fünf Landkreise entlang des Albtraufs von Göppingen bis Balingen. Kisten gab es dort aber nicht aufzutreiben, sagt Maria Schropp, Geschäftsführerin des Paradieses.

„Wir hätten sehr gerne Kisten aus der Region genutzt und hatten unter unseren Mitgliedern und in der Streuobst-Börse eine Abfrage gemacht, wer alte Kisten hat und diese verschenken/verkaufen will“, schreibt sie auf eine TAGBLATT-Anfrage. „Leider haben wir nahezu keine Rückmeldungen erhalten.“

Der Grund für den Mangel an frei verkäuflichen lokalen Kisten liegt wohl in der schwäbischen Effizienz. Schropp vermutet, dass hiesige Kisten einfach noch im Gebrauch sind. Es habe wohl auch keine so großen Betriebsauflösungen wie im Alten Land gegeben. Nur die sind für Online-Vermarkter der Gebrauchtkisten wegen großer Stückzahlen interessant. Es sei nichts anderes übrig geblieben, als Obstkisten aus einer anderen Region zu erwerben, sagt Schropp.

Die Quelle der Infozentrum-Kisten ist www.kistenkontor.de. Dort ist gerade das Modell „Rolf“ mit dem Aufdruck „Günter Lühs, Königreich“ im Angebot zum Stückpreis von 15,90 Euro. Offensichtlich sind die Behältnisse gerade gesucht für die Inneneinrichtung. Neue aus dem Baumarkt sind nicht viel teurer, aber halt ohne Patina.

Wie die Kisten nun genau nach Mössingen kamen, kann auch Henning Fick nicht sagen. Er ist leicht zu googeln und gibt bereitwillig Auskunft in Kistenfragen. In seiner Familie gab es gleich zwei Adolf Ficks. Sie sind noch eingetragen als Obsterzeuger und Fischer. Wer aus der Familie mal einen Satz Kisten los wurde, weiß der Betriebsnachfolger nicht.

Er freut sich, dass sie in Süddeutschland in sachgerechtem Zusammenhang wieder aufgetaucht sind. „Tja, da sieht man mal, wie klein die Welt ist.“ Obstbautechnisch kämpft er im Norden mit den gleichen Herausforderungen wie im Süden. Er rechnet mit einer guten Apfelernte, „wenn die heil runterkommen“, wenn es also nicht noch hagelt. Heiß ist es im Norden auch und deutlich trockener als im Süden. „Ich musste die Anlagen gerade beregnen.“

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Erstellt:
8. August 2018, 02:00 Uhr
Aktualisiert:
8. August 2018, 02:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. August 2018, 02:00 Uhr

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