Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Stuttgart

Schuldzuweisungen wegen Unterrichtsausfalls an den Schulen

Unterrichtsausfälle an baden-württembergischen Schulen sorgen für großen Unmut bei den Eltern und gegenseitige Schuldzuweisungen Landtag.

11.10.2018
  • dpa/lsw

Stuttgart. SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei hielt der grün-schwarzen Koalition von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag im Parlament vor, trotz voller Kassen Lehrerstellen abzubauen und Unterrichtsausfälle in Kauf zu nehmen. «Diese grün-schwarze Landesregierung macht sich schuldig, indem sie keine klaren Weichen für die Zukunft stellt.»

Redner von Grünen und CDU sowie Kultusstaatssekretär Volker Schebesta (CDU) räumten zwar ein, dass die Situation an den Schulen nicht zufriedenstellend sei. Mit einem Maßnahmenpaket versuche man aber gegenzusteuern. Sie hielten der heute oppositionellen SPD eine Mitverantwortung für die Misere vor, da sie von 2011 bis 2016 in der grün-roten Landesregierung das Kultusministerium innehatte.

Grünen-Bildungsexperte Sandra Boser sagte, es sei ein Problem, offene Lehrerstellen zu besetzen - es gebe Lehrer, die nicht an eine Schule im ländlichen Raum wollten. CDU-Bildungsexperte Karl-Wilhelm Röhm sagte, Grün-Schwarz sei die erste Landesregierung, die offen und transparent mit dem Thema Unterrichtsausfall umgehe.

FDP-Bildungsexperte Timm Kern bezichtigte vor allem die Grünen, für die Lage verantwortlich zu sein. «Die verheerenden sieben Jahre grüngeführter Bildungspolitik in diesem Land haben uns in diese Situation geführt.» Er forderte Kretschmann auf, sich persönlich für eine ausreichende Unterrichtsversorgung einzusetzen. Der AfD-Abgeordnete Rainer Balzer sagte, die SPD habe in Regierungsverantwortung den Lehrerbedarf kleingerechnet.

Aktueller Anlass für die Debatte ist eine von Elternvertretern angekündigte Klage gegen das Land vor dem Verwaltungsgericht. Die Eltern von Gymnasiasten argumentieren, dass Schüler aus Baden-Württemberg in Konkurrenz zu jungen Menschen aus anderen Bundesländern wegen des hohen Unterrichtsausfalls geringere Zukunftschancen hätten. Um den Lehrermangel zu entschärfen, will Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) jetzt rund 200 zusätzliche Studienplätze für künftige Grundschullehrer schaffen.

Eine Untersuchung an allen rund 4500 Schulen Mitte Juni hatte ergeben, dass etwa jede zehnte Unterrichtsstunde nicht wie geplant stattfindet. In rund zwei Dritteln der Fälle überbrückten Vertretungslehrer den Unterricht, der Rest der Stunden fiel aus. Am häufigsten gab es Änderungen - Vertretung oder Ausfall - an den allgemeinbildenden Gymnasien (12,7 Prozent). Dahinter folgten die Gemeinschaftsschulen (12,4). Die Grundschule kam auf 7,3 Prozent.

Kurz nach dem Regierungsantritt 2011 hatte die grün-rote Koalition von Kretschmann verkündet, rund 11 600 Lehrerstellen streichen zu wollen. Grundlage war eine Prognose des Statistischen Landesamtes zu zurückgehenden Schülerzahlen, die sich dann als nicht zutreffend erwies. Grün-Rot korrigierte die Abbaupläne später. SPD-Bildungsexperte Fulst-Blei räumte ein, wenn seine Partei einen Fehler gemacht habe, dann den, dass sie nicht im Sommer 2012 wegen der Abbaupläne aufgestanden und die Koalition infrage gestellt habe.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.10.2018, 13:26 Uhr | geändert: 11.10.2018, 14:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular