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Biegsames Glas

Schott baut auf neues Geschäftsfeld mit ultradünnem Material

Der Glasproduzent Schott bricht mit den herkömmlichen Vorstellungen von Glas. Hauchdünne Scheiben lassen sich biegen und nehmen elektronische Leitungen auf. Ultradünnglas macht Daten Tempo.

09.10.2015
  • DPA

Mainz Ein Laser sticht winzige Löcher in eine dünne Glasscheibe. Stolz zeigt ein Mitarbeiter den Besuchern das Ergebnis - die kleine Glasscheibe steht bei der Schott AG (Mainz) für eine Technik, mit der sich das 131 Jahre alte Unternehmen neu erfinden will.

Durch die Löcher im Glas können Leitungen geführt werden, die elektronische Bauteile wie Prozessor oder Datenspeicher miteinander verbinden. "Je kürzer die Leiterbahn, desto geringer der Energieverlust und desto länger die Batterielaufzeit etwa bei einem Smartphone", erklärt Projektleiter Rüdiger Sprengard. Auch das Tempo bei der Übertragung von Daten kann so gesteigert werden.

"Eine kurze Leitung ist immer schöner als eine lange Leitung, nicht nur im Alltag", sagt der Materialexperte Richard Matz vom Siemens-Forschungszentrum. Glas biete den Vorteil, dass es sehr spannungsfest und gleichzeitig thermisch robust und zuverlässig sei.

Beim Einsatz von Glas anstelle von Silizium könne das Tempo beim Datentransfer von Prozessoren aufgrund der höheren elektronischen Isolation im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik verachtfacht werden, sagt Sprengard.

Der eigentlich sehr spröde Werkstoff Glas kann durch chemische Eingriffe wie den Austausch von Ionen sowie spezielle Schneid- und Produktionstechniken extrem dünn und biegsam gemacht werden. Die Scheiben sind dann nur noch 50 Mikrometer dick - das entspricht etwa einem menschlichen Haar. In den Laboren werde aber bereits an der Entwicklung von Dünnstgläsern mit 10 Mikrometern gearbeitet, erzählt Schott-Forschungsvorstand Hans-Joachim Konz.

Zusammen mit dem US-Unternehmen Corning und den beiden japanischen Herstellern Nippon Electric Glass (NEG) und Asahi Glass gehören die Mainzer zu einem Quartett von Unternehmen, das bei der Entwicklung von ultradünnem Glas den Ton angibt. Schott nahm die Entwicklung der Technik vor rund fünf Jahren auf. In ersten Produkten ist Ultradünnglas bereits eingebaut - etwa als Infrarot-Sperrfilter in Smartphone-Kameras.

Beim Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin sagt der Forscher Michael Töpper, Glas biete herausragende Isolationseigenschaften. In Handys wie dem iPhone 6 oder dem Samsung Galaxy S6 befinden sich nach Angaben Töppers bereits 60 bis 70 Chip-Packages, darunter für Subsysteme wie Mikrofon, Kamera, Lautsprecher oder Display. Und Schott hat die Vision, dass wir einmal ein Smartphone mit einem großen, biegsamem Glas-Display einfach ums Handgelenk binden.

Schott baut auf neues Geschäftsfeld mit ultradünnem Material
Eine ultradünne Glasscheibe, die sich biegen lässt. Foto: dpa

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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