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Schon zum dritten Mal Munition gefunden - Kleinkaliber vom Ku-Klux-Klan?
Ein Fund am Fuße der Bühleiche bei Plochingen gibt Rätsel auf: Hier stieß die Polzei im Herbst auf ein Paket mit 160 Patronen, darauf die Aufschrift „KKK“. Mehrere neue Munitions-Funde kamen jetzt hinzu. Foto: Madeleine Wegner
Rätselraten am Fuße der  Bühleiche

Schon zum dritten Mal Munition gefunden - Kleinkaliber vom Ku-Klux-Klan?

Mittlerweile sind es mehrere hundert Schuss Munition. Drei Funde innerhalb kurzer Zeit in Plochingen geben Rätsel auf. Eine Verbindung zum Ku-Klux-Klan vermutet ein anonymer Briefeschreiber.

04.02.2016
  • MADELEINE WEGNER

Plochingen. Es klingt wie der Beginn eines spannenden Krimis: Die Zeitungsredaktion der „Stuttgarter Nachrichten“ erhält einen anonymen Brief, darin eine Art Schatzkarte: die Plochinger Bühleiche, eine Meterangabe, ein Kreuz und der Vermerk „2 kg 9 mm“. Der Brief verweist außerdem auf zwei Berichte über den Ku-Klux-Klan. Die Polizei findet dann an der beschriebenen Stelle rund 160 Stück scharfe Munition, verpackt und mit Klebeband verschnürt, und auf dem Päckchen die drei Buchstaben „KKK“.

Die Bühleiche steht am Rand der Siedlung Stumpenhof - ein Teilort nordöstlich von Plochingen (Landkreis Esslingen). Zwischen Wohnhäusern und Kleingärten führt ein schmaler, grasbewachsener Weg den Hügel hinauf zu dem jahrhundertealten Baum am Rand des Schurwalds. Kaum etwas deutet mehr auf den Fund vom vergangenen Herbst hin.

Doch bei diesem ersten Munitionsfund blieb es nicht: In der Nähe der Bühleiche fand im Januar eine Passantin rund 250 Patronen, ebenfalls vom Kaliber neun Millimeter. Die Munition lag lose verstreut im Freien. Die Polizei fand daraufhin bei ihrer erneuten Suche weitere rund 80 Patronen.

Nur wenige Tage später, am 23.und 24. Januar, meldeten Spaziergänger dem Polizeirevier Esslingen schon wieder Munitionsfunde - diesmal jedoch abseits des bisherigen Gebietes. Die Polizei suchte also erneut - und stieß in dem Gelände dann auf mehr als 1000 weitere Patronen.

Es ist ein trüb-grauer Spätnachmittag, nur wenige Menschen sind unterwegs. Ein Mann geht mit seinem Hund spazieren, ihr Weg führt an Bühleiche und am Waldkindergarten vorbei. Von den Funden hat der Mann gehört, auch hat er mitbekommen, dass in der vergangenen Woche erneut Polizei im Einsatz war. Die Beamten hätten den Wald hier beim Kindergarten durchkämmt. „Rechtsextreme haben wir hier schon im Ort“, sagt er, doch dass es eine Verbindung zum Ku-Klux-Klan geben könnte, daran glaubt der Spaziergänger nicht: „KKK - das könnte ebenso gut eine Abkürzung für Kleinkaliber sein“, sagt er. Etwa 40 Leute waren im Einsatz, um das Gebiet beim Waldkindergarten abzusuchen, sagt Horst Haug vom Landeskriminalamt. Das LKA hat die weiteren Ermittlungen übernommen, um einen möglichen Zusammenhang zwischen den aktuellen und dem damaligen Munitionsfund zu überprüfen. Doch bei der Aktion mit Laubbläsern und Metallsuchgeräten sei nichts gefunden worden. Doch: Das Waldgebiet sei relativ groß und es sei unmöglich, die Fläche hundertprozentig sicher abzusuchen, sagt Haug: „Was möglich ist, haben wir gemacht.“ Es sei nicht auszuschließen, dass immer noch Munition herumliegt. Wer Patronen findet, solle diese unberührt liegen lassen und die Polizei oder das Landeskriminalamt verständigen.

Wer die Munition im Wald verteilt hat, kann das Landeskriminalamt noch nicht sagen. Derzeit werden die Funde auf mögliche Spuren untersucht, „das wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Haug. Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Fund waren unter den Patronen auch tschechische Kleinkaliber. Auch, ob die aktuellen Funde mit dem Päckchen des unbekannten Absenders in Zusammenhang stehen, sei unklar. Haug gibt zu bedenken: „Die Auffindsituation im Herbst war eine ganz andere als jetzt. Damals war die Munition in Plastiktüten verpackt, nun lagen die Patronen verstreut herum.“

Die Funde sind Gesprächsstoff, natürlich auch im Ort. „Ich glaube nicht an eine Verbindung zum Ku-Klux-Klan“, sagt eine Verkäuferin in einem kleinen Laden unweit der Bühleiche. Tatsächlich erscheint es absurd, dass der Ku-Klux-Klan seine Munition mit einem Hinweis „KKK“ im Wald versteckt. „Wahrscheinlich hat einer ein Haus geerbt, Patronen auf dem Dachboden gefunden und wollte sie dann loswerden“, vermutet die Frau. Nach Auskunft des Landeskriminalamts komme es immer mal wieder vor, dass Bewohner in alten Häusern Munition finden - die Funde dann jedoch auch melden.

Aus Armeebeständen

Armeemunition Bei einem Großteil der im Waldgebiet bei Plochingen-Stumpenhof gefundenen Patronen handelt es sich um alte tschechische Armeemunition vom Kaliber 9 mal 19 Millimeter. Diese Munition wurde bis in die 1950er-Jahre hinein benutzt, sie wäre aber auch noch in heutigen Waffen brauchbar. Das Kleinkaliber 9 mal 19 Millimeter ist die weltweit am meisten verbreitete Pistolenmunition. del

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04.02.2016, 08:30 Uhr
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