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Bildung

Schon vor der Schule fördern

Das Land investiert in den kommenden Jahren mehr Geld in Kindergärten und Tagesstätten. Ein Überblick.

27.07.2018

Von AXEL HABERMEHL

Die Betreuung der Kleinen in Kitas und Kindergärten soll besser werden im Südwesten. Das Land steckt daher mehr Geld in die frühkindliche Bildung. Foto: NadyaEugene/Shutterstock.com

Stuttgart. Die Landesregierung hat sich mit den Kommunen auf die künftige Förderung der frühkindlichen Bildung geeinigt. Alle Beteiligten wollen den Bereich ausbauen und die Qualität steigern. Deshalb steckt Grün-Schwarz mehr Geld in Kindergärten und Kindertagesstätten. Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich Land und Kommunen (wie berichtet) auf ihre künftigen Finanzbeziehungen geeinigt. Das darin enthaltene Paket für die frühe Bildung stellte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) gestern vor. Im Rahmen eines „Pakts für gute Bildung und Betreuung“ investiert das Land knapp 80 Millionen Euro. Wohin soll das Geld fließen und was ist noch geplant?

Mehr Erzieher Kitas und Kindergärten fehlt Personal. Deshalb sollen mehr Fachkräfte ausgebildet werden. Im Land gibt es zwei Ausbildungswege für Erzieher. Rund 6500 durchlaufen derzeit die „klassische“ Erzieherausbildung. Knapp 4000 aber absolvieren die duale „praxisintegrierte Ausbildung“ (PIA), und verdienen schon in der Ausbildung Geld. Das will das Land ausbauen. „Wir setzen auf PIA“, sagt Eisenmann. Zunächst sollen die Träger 25 Prozent mehr Ausbildungsplätze anbieten, im Endausbau sogar doppelt so viele wie derzeit. Als Anreiz bietet das Land Trägern 100 Euro pro Platz und Monat. Das Land will auch die Zahl der Klassen an Fachschulen erhöhen. Voraussichtliche Kosten der „Ausbildungsoffensive“: 36,2 Millionen Euro.

Bessere Inklusion Kinder mit Behinderung sollen in Kitas und Kindergärten besser gefördert werden. Für sie zahlt das Land künftig den doppelten Förderzuschuss. Zudem will das Land in allen Kreisen „mobile Fachdienste und Qualitätsbegleiter“ einsetzen. Sie sollen Einrichtungen unterstützen, beraten und auch das Personal weiterbilden. Geplant ist vorerst ein wissenschaftlich begleiteter Modellversuch. Kosten: 28,7 Millionen Euro.

Mehr Kontrolle Bevor Kinder in die Schule kommen, findet schon jetzt eine verpflichtende Einschulungsuntersuchung statt. Neu ist, dass künftig ein verbindliches „Entwicklungsgespräch“ folgt. Eltern, Erzieher, Vertreter der Schule und bei Bedarf des Gesundheitsamts sollen über individuelle Fördermaßnahmen beraten, wie Eisenmann mitteilt. Anlass ist, dass rund ein Drittel aller Kinder in dem Alter großen Sprachförderbedarf hat. Dafür gibt es diverse Förderprogramme, auch für sie ist mehr Geld eingeplant. Insgesamt nimmt das Land für „sprachliche und elementare Förderung“ rund 3,5 Millionen Euro mehr in die Hand.

Übergänge erleichtern Kindergärten und Grundschulen kooperierten bereits, um den Schulstart zu verbessern. Dafür bekommen Lehrer eine sogenannte zweckgebundene Anrechnungsstunde. Die bekommen Kindergärtner nun auch. Kosten: 7,7 Millionen.

Mehr Lohn für Tageseltern Tagespflegepersonen bekommen mehr Geld. Das Land hat den Kommunen zugesagt, sich an einer Verbesserung zu beteiligen, sodass selbstständige Tageseltern künftig einen Euro mehr pro Kind und Stunde verdienen. Derzeit sind es 4,50 Euro pro Kind und Stunde für Über-Dreijährige und 5,50 für Unter-Dreijährige. Kosten: 2,83 Millionen Euro.

Streitthema Gruppengröße Bei allen Maßnahmen geht es um mehr Qualität. Jedoch kündigte Eisenmann Gespräche über eine Anhebung der Obergrenze für Kita-Gruppen an. Sie sind per Landesnorm gedeckelt. Der Gemeindetag fordert, die Obergrenze befristet um bis zu 30 Prozent anzuheben. Dies sei nötig, „denn es ist immer noch besser, zwei bis drei Kinder mehr pro Gruppe zu versorgen, als diesen Kindern gar keinen Platz anzubieten“. Eisenmann sprach von „einer gewissen Plausibilität“. Die Grünen zeigten sich eher skeptisch.

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Erstellt:
27. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 06:00 Uhr

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