Studie

„Schönes“ harmloses Coronavirus

Je ästhetischer die bildhafte Darstellung des Erregers ist, umso ungefährlicher wirkt er auf die meisten Menschen.

14.09.2021

Von dpa

Eine von vielen möglichen Darstellung des Coronavirus. Foto: Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP/dpa

Barcelona. Wenn die Darstellung des Coronavirus bunt und ansprechend ist, wird es als weniger furchteinflößend empfunden, als wenn die Darstellung weniger ästhetisch ist. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der Autonomen Universität Barcelona. Hingegen wird das Virus als ansteckender empfunden, wenn es als Schwarz-Weiß-Foto abgebildet wird, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin „Plos One“.

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler umfangreiche Fragebögen aus, die die 333 anonymen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgefüllt haben. Es beteiligten sich in etwa gleich viele Frauen wie Männer, und die meisten von ihnen hatten eine akademische Ausbildung.

Bunt und dreidimensional

Der Studie zufolge wurden seit Beginn der Pandemie vor allem stark bearbeitete und kolorierte Fotos sowie dreidimensionale Illustrationen des Coronavirus in den Medien wahrgenommen, die die Teilnehmer als „schön“ empfanden. Zugleich sei solchen Darstellungen jedoch kaum ein wissenschaftlicher Wert beigemessen worden, und das Virus sei als weniger ansteckend und gefährlich eingeschätzt worden.

Echte Fotos des Virus, die nur mit einem Elektronenmikroskop möglich sind, seien anders als die „schönen“ Abbildungen schwarz-weiß und zweidimensional. Diese seien von den Befragten aber als wissenschaftlicher eingeschätzt worden. Dem Coronavirus sei hier auch eine höhere Ansteckungsgefahr beigemessen worden.

Die Autoren plädieren wegen dieser Ergebnisse dafür, angesichts der negativen Korrelation zwischen Schönheit und Wissenschaft die Art der Darstellung gefährlicher Viren zu überdenken. Dies scheine aufgrund der Bedeutung für die Bürger und ihrer Reaktion für die Bekämpfung einer Pandemie von hoher Wichtigkeit zu sein.

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Erstellt:
14. September 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. September 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. September 2021, 06:00 Uhr

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