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„Schönes Bild, aber nicht von mir“
Der Besitzer dieses Gemäldes ordnet es dem Künstler Peter Doig zu. Der jedoch will mit dem Bild nichts zu tun haben: Es sei nicht von ihm. Foto: Der frühere kanadische Gefängnisaufseher Robert Fletcher, der dieses Gemälde besitzt, ordnet es dem Künstler Peter Doig zu. Der bestreitet jedoch die Urheberschaft. Gallery Peter Bartlow/dpa
Bizarrer Kunst-Prozess: Star-Maler Peter Doig bestreitet Urheberschaft eines ihm zugeschriebenen Gemäldes

„Schönes Bild, aber nicht von mir“

In Chicago startet jetzt ein Prozess um ein Bild, das angeblich von Peter Doig stammen soll. Der Star-Maler aber sagt: Das stimmt gar nicht.

08.08.2016
  • GERLINDE BUCK

Chicago. Auf den ersten Blick erfüllt das Gemälde viele Kriterien für einen Doig: eine Furcht erregende, magische und weitgehend leere Landschaft, ein Wasserloch und abgestorbene Bäume. Das Werk erinnert an viele andere Gemälde des schottischen Malers, die sich teils für hohe zweistellige Millionenbeträge verkaufen. „Es ist ein schönes Bild“, sagte der 57-jährige Doig der „New York Times“. „Aber es ist nicht von mir.“

Das sieht Robert Fletcher anders. Der Kanadier und frühere Gefängnisaufseher besitzt das Bild. In den 1970er Jahren habe er es einem Insassen für 100 Dollar abgekauft, sagt Fletcher. Viele Jahre später sagte ihm ein Bekannter, der das mit „Peter Doige 76“ signierte Gemälde an der Wand hängen sah, dass es von einem berühmten Künstler stamme. Fletcher suchte sich Videos von Doig im Internet und fühlte sich an den Insassen von damals erinnert. „Ich bin mir 100 Prozent sicher, dass er der Mann ist.“

Fletcher und Doig treffen sich nun ab heute vor Gericht in Chicago zu einem der wohl bizarrsten Kunstprozesse der vergangenen Jahre. Mindestens eine Woche, wenn nicht länger, dürfte das Verfahren Beobachtern zufolge dauern. Viele Experten für Kunstrecht können sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern. Im Prozess will Fletcher beweisen, dass das Bild wirklich von Doig ist. Der Maler müsse verwirrt sein, oder lügen, heißt es in der Anklageschrift. In jedem Fall habe seine Leugnung der Urheberschaft dazu geführt, dass Fletcher das Bild nicht wie geplant für eine stattliche Summe über eine Galerie in Chicago verkaufen konnte. „Wir erwarten, dass das Gericht sehen wird, dass Peter Doig einen an dem Bild interessierten Käufer bedroht hat, und uns um eine erwartete Summe von rund sieben Millionen Dollar gebracht hat“, sagte Galerist Peter Bartlow. „Wir erwarten, dass das Gericht anordnet, dass Doig uns sieben Millionen Dollar Schadenersatz zahlt.“

Doig und seine Anwälte wollen den eigentlichen Urheber gefunden haben, einen Mann namens Peter Edward Doige, der auch malte und zeitweise in dem Gefängnis in Thunder Bay saß. Doige starb 2012, aber mehrere Zeugen, darunter seine Schwester, sind sich offenbar sicher, dass er das Bild gemalt hat.

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08.08.2016, 06:00 Uhr
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