Fußball

Schnelles Ende: Geschäftsführerin Hopfen muss DFL verlassen

Nach nur einem Jahr ist die Zeit für die Geschäftsführerin bei der Deutschen Fußball Liga schon wieder vorbei. Bis zur neuen Saison gibt es eine Interimslösung.

08.12.2022

Von dpa

Die erste Frau in einer Spitzenposition im deutschen Profifußball muss gehen: Die Deutsche Fußball Liga und Geschäftsführerin Donata Hopfen beenden die Zusammenarbeit. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die erste Frau in einer Spitzenposition im deutschen Profifußball muss gehen: Die Deutsche Fußball Liga und Geschäftsführerin Donata Hopfen beenden die Zusammenarbeit. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt/Main. DFL-Aufsichtsrat Oliver Leki schlenderte mit Rollkoffer ins Hotel, während Gremien-Chef Hans-Joachim Watzke dort noch beim Krisengipfel des DFB mit Hansi Flick diskutierte. Knapp drei Stunden später verkündete Watzke, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) und Geschäftsführerin Donata Hopfen zum Jahresende die Zusammenarbeit beenden. Der derzeit beim SC Freiburg angestellte Leki und Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt sollen nun als Doppel-Spitze interimsweise die DFL-Führung übernehmen.

Multi-Funktionär Watzke war am Mittwoch gleich doppelt als Krisenmanager gefragt. Während Flick nach dem Treffen mit Watzke und DFB-Präsident Bernd Neuendorf weitermachen darf, kam für Hopfen das Aus. Die DFL beendete das Dienstverhältnis mit der 46-Jährigen „einvernehmlich“, wie es in einer Mitteilung hieß. Grund für die Trennung seien unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft. Hopfen hatte den Vorsitz des Gremiums erst zu Jahresbeginn als Nachfolgerin von Christian Seifert angetreten.

Watzke ließ sich pflichtschuldig mit netten Worten zitieren: „Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.“ Die erste Frau an der Spitze eines großen deutschen Fußballverbandes hatte aber offensichtlich Probleme mit den Bundesliga-Managern um Watzke. „Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team“, wird Hopfen zitiert. „Ich gehe in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben.“ Das sahen aber nicht alle in der Fußball-Bundesliga so. Zur neuen Saison soll die Geschäftsführung wieder neu verteilt werden. Leki und Hellmann sollen wohl bis dahin die Geschäfte führen. Die hinter den Kulissen schon lange geführten Diskussionen um Hopfen zeigen, dass die Liga viele Probleme zu bewältigen hat. Die Unterschiede zwischen den Branchengrößen wie Bayern München oder Borussia Dortmund auf der einen Seite und Zweitliga-Aufsteigern auf der anderen sind groß, die Bedürfnisse unterschiedlich. Der Interessenausgleich ist nach dem Ausstieg des allseits angesehenen Hopfen-Vorgängers Christian Seifert nicht einfacher geworden.

Das Dauerbrenner-Thema 50+1 hat großes Streitpotenzial. Das Kartellamt drängt auf Klärung. Die Behörde hat nicht grundsätzlich etwas gegen die Einschränkung für Investoren, sondern gegen die Ausnahmeregelung für die drei Bundesliga-Klubs Bayer Leverkusen, TSG 1899 Hoffenheim und VfL Wolfsburg. Wichtigstes Thema der DFL ist die Inlandsvermarktung, die derzeit 1,1 Milliarden Euro pro Saison bringt. Die Klubs wollen beim nächsten Vertrag mehr. Vor einer Ausschreibung sind mehrere Schritte notwendig – wie die Abstimmung mit dem Kartellamt. dpa

Offene Fragen zu Medienrechten

Eine weitere Baustelle nach der kurzen Hopfen-Ära ist der Investoren-Einstieg. Die DFL arbeitet derzeit daran, dass ein Teil der Medienrechte an Investoren verkauft werden kann – so wie es andere Ligen bereits getan haben. Das Projekt ist allerdings umstritten. Die von Hopfen im September angekündigten Regionalkonferenzen hat es bisher nicht gegeben. Es gibt eine Arbeitsgruppe. Eine Mehrheit für dieses Milliarden-Projekt ist bei den 36 Clubs nicht erkennbar.

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Erstellt:
08.12.2022, 06:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 28sec
zuletzt aktualisiert: 08.12.2022, 06:00 Uhr

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