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Schmerz, lass nach! Richtig behandeln statt leiden

20.03.2019

Bild: Pixabay

Die einen beschreiben es als kribbelndes Gefühl, andere als Stechen. Manche empfinden Druck, wieder andere ein Brennen: Schmerz tritt in vielen Facetten auf, quält jedes Mal die Betroffenen. Das Leid ist vor allem groß, wenn der Schmerz über lange Zeit besteht oder immer wiederkehrt. Betroffene sollten dann unbedingt einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Vier von zehn Deutschen haben ein Lieblingsschmerzmittel

Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen – im Alltag begegnen uns viele Arten von Schmerzen. Meist nehmen wir in solchen Fällen immer das gleiche Medikament ein, wie eine Studie der GfK Marktforschung im Auftrag der „Apotheken Umschau“ zeigt.

Die repräsentative Umfrage belegt: 42 Prozent der Befragten setzen bei unterschiedlichen Schmerzen immer auf das identische Präparat, vier von zehn Deutschen verfügen über ein Lieblingsschmerzmittel.

41,9 Prozent der Deutschen haben sogar mehrere Schmerzmittel vorrätig, um auf verschiedene Arten von Schmerzen zu reagieren.

Kurzfristig Schmerzmittel oder langfristige Schmerztherapie?

In der Regel kommen bei Schmerzen die rezeptfreien Analgetika Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac zum Einsatz. Die Wirkstoffe sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Allerdings gilt das nur für die gelegentliche Einnahme in geringer Dosis. Wer länger als ein paar Tage ein Schmerzmittel benötigt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Vor allem bei chronischen Krankheiten, die mit starken Schmerzen einhergehen, ist eine medizinische Schmerztherapie wichtig. Neben schmerzstillenden Medikamenten helfen psychotherapeutische Verfahren, Entspannungstechniken, Physiotherapie, Sporttherapie und Akupunktur.

Wenn Schmerzen immer wieder kehren: Morbus Bechterew

Zu den Krankheiten, bei denen eine Schmerztherapie notwendig ist, zählt Morbus Bechterew. Etwa 350.000 Menschen in Deutschland leiden an der entzündlich-rheumatischen Erkrankung, die die Kreuzdarmbeingelenke betrifft und starke Rückenschmerzen hervorruft. Je früher Ärzte Morbus Bechterew diagnostizieren, desto besser lässt sich der Verlauf positiv beeinflussen.

Dr. Reinhard Schneiderhan

„Typisch für Morbus Bechterew ist ein tief sitzender Kreuzschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für spezielle Schmerzmedizin und Leiter des Wirbelsäulenzentrums in München/Taufkirchen.

Ohne konsequente Behandlung führt Morbus Bechterew zu bleibenden Schäden an der Wirbelsäule und dauerhaften Bewegungseinschränkungen. Einer aktuellen Studie zufolge hat jeder dritte Patient Angst vor dem nächsten schmerzhaften Schub. „Die wichtigsten Therapieziele sind das Bekämpfen der Entzündung und der Schmerzen sowie der Erhalt der Beweglichkeit,“ so der Münchner Wirbelsäulenspezialist zur Behandlung von Morbus Bechterew.

Schmerzfrei durch Medikamente, Krankengymnastik und Psychotherapie

Krankengymnastik ist genauso wichtig wie die Einnahme von Medikamenten. Die Physiotherapie erhält die Beweglichkeit und verhindert Fehlstellungen an der Wirbelsäule. Die medikamentöse Behandlung setzt zunächst auf Antirheumatika mit Wirkstoffen wie Diclofenac und Ibuprofen oder Kortisonpräparate wie Prednison. Wirken die nicht ausreichend gegen Schmerzen und Entzündungen, kommen Biologika mit Wirkstoffen wie Secukinumab zum Einsatz. Die biotechnologisch hergestellten Eiweißsubstanzen greifen gezielt in das Krankheitsgeschehen ein und halten das Fortschreiten der Krankheit auf.

Trotz umfassender Behandlung kann Morbus Bechterew die Psyche stark belasten. Ist die Beweglichkeit der Wirbelsäule schmerzhaft eingeschränkt, sind daraus resultierende Depressionen keine Seltenheit. „In diesen Fällen rate ich zu einer begleitenden Psychotherapie“, sagt Dr. Schneiderhan. „Sie kann helfen, die Ängste zu nehmen und die Lebensqualität zu verbessern.“

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Erstellt:
20. März 2019, 08:53 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2019, 08:53 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 08:53 Uhr

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