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Schluss mit sexueller Belästigung
Das „No“-Tattoo ist Teil einer Kampagne im Bodenseekreis gegen sexuelle Belästigung in Schwimmbädern. Foto: dpa
Bodenseekreis startet Kampagne gegen Anmache in Schwimmbädern

Schluss mit sexueller Belästigung

Kinder und Jugendliche, die in Schwimmbädern betatscht werden, sollen sich wehren. Dazu hat der Bodenseekreis eine Kampagne gestartet.

19.08.2016
  • PETRA WALHEIM

Tettnang. Tina lebt im Bodenseekreis und ist eine Wasserratte. Im Winter geht sie regelmäßig ins Hallenbad, im Sommer ins Freibad. Sie hat im Wasser großen Spaß. Doch immer wieder passieren komische Sachen. Jungs oder auch ältere Männer berühren sie im Wasser wie zufällig, drängen sie an den Beckenrand, beobachten sie oder verfolgen sie bis zur Umkleidekabine. Das verunsichert die Zwölfjährige, sie weiß nicht, wie sie reagieren soll. Mit ihren Freundinnen hat sie noch nie darüber gesprochen, deshalb weiß sie nicht, ob es ihnen ähnlich geht. Weil sie nicht darüber spricht und gegen die Belästigungen nichts unternimmt, hören sie nicht auf.

Für Tina kommt die Kampagne des Bodenseekreises gerade richtig. Erst gestern hat ihr wieder ein älterer Mann im Vorbeischwimmen an den Hintern gefasst. Da konnte sie noch nicht reagieren. Doch jetzt weiß sie, was sie tun kann. Der Landkreis hat unter dem Motto „Nein!Nicht mit mir“ ein Projekt gegen sexuelle Belästigungen in Schwimmbädern gestartet. „Wir wollen damit erreichen, dass die sexuellen Belästigungen in Hallen- und Freibädern aus der Tabuzone herausgeholt werden“, sagt Veronika Wäscher-Göggerle, die Frauen- und Familienbeauftragte des Bodenseekreises. Sie hat die Aktion initiiert, weil sie weiß, dass es sexuelle Belästigungen in Schwimmbädern schon immer gegeben hat und immer wieder geben wird. Mit den aktuellen Diskussionen um Flüchtlinge, die sich in Schwimmbädern daneben benehmen, habe ihre Kampagne nichts zu tun, betont sie. Sie will Kinder und Jugendliche ermutigen, sich gegen unliebsame Annäherungsversuche zu wehren.

„Du hast das Recht, ,Nein' zu sagen“. Darauf weist eine kleine, handliche Falt-Broschüre hin. In ihr wird unter dem Titel „Du darfst dich wehren, wenn...“ beispielhaft aufgezählt, was nicht sein darf und wo Betroffene Hilfe bekommen. Sie können das Schwimmbad-Personal informieren, Erwachsene um Hilfe bitten oder laut rufen und so auf sich aufmerksam machen. Das soll auch potenzielle Belästiger abschrecken. Veronika Wäscher-Göggerle will mit ihrer Kampagne verhindern, dass es zu sexuellem Missbrauch kommt.

Die Broschüre enthält außerdem die Kontaktdaten der Polizei, des Jugendamts und der Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch. Sie liegt in den 24 Schwimmbädern und Thermen des Bodenseekreises aus. Aktuell gebe es keine überdurchschnittlichen Probleme mit sexuellen Belästigungen in den Bädern, betont die Frauenbeauftragte. „Das soll auch so bleiben.“

Ein ähnliches Projekt wurde vor zwei Jahren in Heilbronn gestartet. Dort wurde die Polizei mit eingebunden. Sie hat das Schwimmbad-Personal geschult, damit es Übergriffe erkennt und richtig einschreiten kann. Teil der neuen Broschüre im Bodenseekreis ist ein Tattoo, das sich die jungen Badegäste auf die Haut kleben können. Es zeigt zwei Flügel zwischen denen ein großes, rotes „No!“ steht. Tina hat es sich bereits auf die Schulter geklebt und signalisiert damit, dass bei ihr Glotzer und Grabscher keine Chance haben.

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19.08.2016, 06:00 Uhr
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