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Ganztagsbetreuung und Inklusion an Schulen

Schlechte Werte für das Land Baden-Württemberg

Eine Studie attestiert dem Südwesten nur geringe Fortschritte in der Ganztagsbetreuung und der Inklusion.

02.03.2017

Von ROLAND MÜLLER

Berlin/Stuttgart. Es ist noch immer ein solides Zeugnis, das die Vergleichsstudie „Chancenspiegel Bildung“ dem baden-württembergischen Bildungssystem ausstellt – allerdings auch eines, das Schwächen klar benennt. So gelinge es dem Südwesten nicht, den großen Rückstand bei der Ganztagsschule aufzuholen. „Der Anteil an Ganztagsschulen im Land steigt im Vergleich zu anderen Ländern nur gering an“, heißt es in der Untersuchung, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Damit bleibe das Land in der Gruppe der Schlusslichter. So waren im Untersuchungsjahr 2014/15 nur 21,4 Prozent der Schüler im Ganztagsbetrieb; im Bundesschnitt sind es 37,3.

Aus dem Mittelfeld der Länder nach ganz unten abgerutscht ist der Südwesten bei der Inklusion. Zwar besuchten zunehmend mehr behinderte Kinder eine Regelschule, in anderen Ländern gehe dieser Fortschritt aber deutlich schneller. Allerdings wird wegen des bundesweit einzigartigen Förderschul-Systems aus baden-württembergischer Sicht die simple Vergleichbarkeit stets angezweifelt.

Positiv bewertet wird in der Vergleichsstudie die „Durchlässigkeit“ des Systems im Südwesten. Das Land habe bundesweit eine der höchsten Übertrittsquoten ans Gymnasium, auch die „Wiederholerquote“ bleibt niedrig. Sehr gute 58,1 Prozent der Schüler erreichen die Hochschulreife – hier spielt vor allem das berufliche Schulwesen eine große Rolle. Dagegen verlassen nur rund 5 Prozent der Kinder die Schule ganz ohne Abschluss (bundesweit 5,8 Prozent).

Der „Chancenspiegel“ wird seit 2002 von der Bertelsmann-Stiftung, der TU Dortmund und der Universität Jena erstellt. Die Initiatoren der Studie lobten allgemein Fortschritte in Deutschland. Es gebe aber riesige Unterschiede zwischen den Ländern. „In den neunten Klassen von Bremen und Sachsen gibt es zum Beispiel einen Unterschied von mehr als drei Lernjahren beim Lesen und Rechnen“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Roland Müller

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Erstellt:
2. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
2. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. März 2017, 06:00 Uhr

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