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Rückblicke, Anekdoten, Ausblicke

Schlauch Ko-Autor eines Partei-Buchs über die Geschichte der Grünen

"Keine Angst vor der Macht" heißt ein Buch über die Grünen. Ko-Autor ist ihr Urgestein Rezzo Schlauch. Und er hat einen Laudator gewonnen, der ihm die Macht einst verwehrt hat: CDU-Mann Palmer.

17.10.2015

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart Als es darum ging, die Republikaner inhaltlich zu stellen, machten Rezzo Schlauch (Grüne) und Christoph Palmer (CDU) gemeinsame Sache: Gegen den Rat vieler Parteigänger stritten sie sich im Landtagswahlkampf 1996 auf Podien mit Rep-Chef Rolf Schlierer.

Im gleichen Jahr waren sie auch Opponenten: Als Schlauch für die Grünen den Stuttgarter OB-Sessel erobern wollte, hielt Palmer als Wahlkampfleiter von CDU-Kandidat Wolfgang Schuster dagegen. Die Macht blieb dem Grünen und seiner Partei da noch verwehrt.

Es sind nur Anekdoten, in der Zusammenschau aber Teil der Geschichte der Grünen in Baden-Württemberg. Die haben der Zeithistoriker Professor Reinhold Weber und der "Zeitzeuge" Schlauch unter dem Titel "Keine Angst vor der Macht" so informativ wie unterhaltsam beschrieben. Da die Entwicklung von der Protest- zur Regierungspartei ohne die CDU als Antipode und Ansporn so nicht denkbar wäre, passt es gut, dass die Autoren Palmer gewinnen konnten, bei der Buchvorstellung die Laudatio zu halten. Das Werk, sagt er, sei "mit Sympathien", aber auch mit "kritischer Reflexion" geschrieben, kurzum: lesenswert.

"Die Grünen machen in Baden-Württemberg Politik mit Maß und Mitte", erklärt der Ex-Minister und jetzige Unternehmensberater die im Land besonders erfolgreiche Geschichte der Grünen. Sie hätten nach Rückschlägen stets "Arrangements mit der Wirklichkeit" gemacht. "Maß und Mitte" - so lautet auch der Titel eines Buchs von Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel, dem Palmer von 1998 bis 2004 als Staatsminister gedient hat und der mit seiner Politik das Gros der Bevölkerung im Blick hatte. Teufel selbst kommt im Buch, dessen chronologische Anordnung durch eingestreute Interviews aufgelockert wird, zu Wort: "Harmlos" seien die Grünen in der Frühphase "wahrlich nicht" gewesen, warnt er vor Geschichtsklitterung. 1992 hat Teufel trotzdem erste Sondierungsgespräche mit der Partei geführt.

Dass das Land nicht zum Labor für Schwarz-Grün geworden ist, erklärt Palmer damit, dass "die Konstellation" nicht danach gewesen sei. Auch 2006 nicht, als sich CDU-Fraktionschef Stefan Mappus noch vor Regierungschef Günther Oettinger ablehnend positioniert hatte. Solange es für Schwarz-Gelb reichte, habe nichts für einen Wechsel gesprochen, sagt Palmer. Schlauch sieht und beschreibt das etwas anders. 2016, glaubt der Grüne, sei ein Bündnis mit der CDU "ausgeschlossen". Palmer warnt angesichts des Erstarkens der AfD und der "Volatilität der Situation" vor vorschnellen Prognosen und Festlegungen.

Autor Schlauch (Bild), Laudator Palmer: "Kritische Reflexion". Foto: Emons-Verlag

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Erstellt:
17. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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