Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Stefan Luitz vertändelt Chance*auf einen Sieg beim Riesenslalom

Schlampiger Vollgasfahrer

Youngster Stefan Luitz hat in Beaver Creek erneut die Chance auf einen historischen Triumph im Riesenslalom vergeben. Felix Neureuther litt mit - Alpindirektor Wolfgang Maier riet zähneknirschend zur Therapie.

08.12.2015
  • SID

Beaver Creek. Felix Neureuther war fassungslos, als er seinen Kumpel Stefan Luitz nach der verpassten Chance im Weltcup-Riesenslalom von Beaver Creek im Zielraum liegen sah. "Ey, der Stefan! Das gibt s doch nicht, oder?", rief Neureuther betroffen. Der Stefan, also Luitz, war drauf und dran gewesen, als erst dritter deutscher Sieger eines Weltcup-Riesenslaloms in die Ski-Geschichte einzugehen, als er, das Ziel vor Augen, böse patzte.

"Auf Baierisch gesagt: Das geht mir auf den Sack!", schimpfte DSV-Alpindirektor nach Platz 23 des 23-Jährigen - und gab damit die Gesamtstimmung treffend wieder. Neureuther konnte sich angesichts des Malheurs gar nicht über seinen fünften Platz freuen. "Ich bin sehr zufrieden", versuchte er sich, ehe ihn das abermalige Unglück von Luitz einholte: "Aber der Stefan - hey, für den tut s mir echt so leid", sagte der 31-Jährige, den der Kollege wohl an einen jungen Hasardeur Namens Neureuther erinnert. "Der Kerl ist so schnell, und, ach, das ist bitter. Wirklich sehr bitter, brutal schade", fügte der "alte" Neureuther zerknirscht an.

Luitz, nach einer couragierten Fahrt im ersten Lauf Zweiter, war im Finale der Schnellste - bis seine Unkonzentriertheit dem Österreicher Marcel Hirscher den 33. Weltcup-Sieg ermöglichte. Hernach zeigte er sich einsichtig. "Das ist kein Pech, wenn so etwas passiert, das war wieder so ein Leichtsinnsfehler von mir", sagte er.

Wieder - das Talent aus Bolsterlang im Allgäu genießt inzwischen den Ruf eines schlampigen Genies. Bei der WM 2013 in Schladming fuhr er das letzte Tor um und wurde disqualifiziert. TV-Experte Frank Wörndl, Slalom-Weltmeister 1987, nannte Luitz Fahrweise "bei allem Talent fast ein bisschen hirnrissig". Bei Olympia 2014 in Sotschi setzte Luitz noch einen drauf und fädelte im ersten Durchgang auf Platz zwei liegend ein.

"So etwas sollte nicht passieren, das ärgert mich ganz brutal", sagte er diesmal: "Ich weiß ja, dass ich schnell fahren kann, aber es gilt, zwei Läufe runterzubringen - und da heißt es arbeiten!" Maier dürfte so viel Selbstkritik milde stimmen. Nach dem Rennen war er aber noch einige Stunden richtig sauer. "Da hat der über eine Sekunde Vorsprung - und dann muss er wieder so einen Firlefanz machen", schimpfte Maier, "der muss mal ein bisschen erwachsen werden." Dieses Thema "diskutieren wir mit ihm schon seit Olympia, seit - ach, seit ich ihn kenne", fügte Maier an: "Ich weiß nicht, wann bei ihm das Zehnerl fällt." Der Alpindirektor riet Luitz zu mentalem Training, "damit er lernt, sich bis zum Schluss zu konzentrieren".

Maiers Ärger war auch deshalb groß, weil die Nordamerika-Tour für den Deutschen Skiverband (DSV) insgesamt nicht nach Wunsch lief. Ein Sieg zum Abschluss "hätte uns gut getan", meinte er: "Es ist ja nicht so, dass wir da drüben Urlaub gemacht hätten, wir wollten gut in die Saison reinkommen, aber kommen nicht vom Fleck."

Den Technikern bietet sich am Wochenende im französischen Val d Isere die nächste Chance. Die anspruchsvolle "Face de Bellevarde" ist Luitz Lieblingspiste, zwei seiner bisher drei Podestplätze hat er dort eingefahren. "Ich werde mit Vollgas reingehen", kündigte er an. Maier dürfte ein bisschen zusammengezuckt sein.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

08.12.2015, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular